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Vom Fichtenrein- zum Mischbestand: Welchen Beitrag leisten Strauch- und Krautschicht zum Erhalt von Ökosystemfunktionen?

Quelle: Forstarchiv 80: 1, 23-28 (2009)
Autor(en): Heinrichs S, Schmidt W

Kurzfassung: die Umwandlung von Fichtenreinbeständen in stabile, naturnahe laubwald- und mischbestände ist ein waldbauliches Hauptziel in deutschland. die Anlage eines großflächigen und langfristigen Hiebsformenversuches im niedersächsischen Solling in Form eines Vorher-nachher/Kontrolle-eingriff-experiments ermöglicht die Beobachtung der Auswirkungen dieses Waldumbaus mit Hilfe der Hiebsformen Zielstärkennutzung und Klein-Kahlschlag auf die Funktionen der Bodenvegetation im Waldökosystem. Hier wird zunächst die initialphase des Waldumbaus betrachtet: ergebnisse zeigen einen Anstieg der Artenzahlen in Strauch- und Krautschicht für beide Hiebsformen, wobei die einwanderung von Pioniergehölzen und offenlandarten entscheidend ist. die Veränderung der deckungsgrade der Krautschicht unterliegt einer starken Streuung, dennoch zeigen sich Anstiege, wobei die Kahlschläge unmittelbar nach den maßnahmen die geringsten Werte aufweisen. dies steht im gegensatz zur Biomasse und zum Stickstoffvorrat, die bereits im ersten Jahr nach Kahlschlag deutlich ansteigen. die Vegetation zeigt demnach besonders auf den Kahlschlägen ein retentionsvermögen. den größten Anteil am Stickstoffvorrat haben dabei grasartige Pflanzen, die häufig verjüngungshemmend wirken. der Anstieg der Strauchschicht-Artenzahl zeigt jedoch, dass die Ansiedlung von gehölzen nicht verhindert wird.


From pure spruce to mixed stands: What contributes the shrub and herb layer vegetation to ecosystem functioning?

Abstract: the conversion of pure norway spruce stands into stable and close-to-nature mixed stands is a main silvicultural goal in germany. the establishment of a large-scale and long term Before-After/Control-impact (BACi)-experiment in the Solling hills (lower Saxony, germany) enables monitoring the effects of the conversion methods selective cutting and small-scale clear cutting on the function of the ground vegetation. Here, only the initial phase after cutting is of consideration: results show an increase in species numbers in the shrub and herb layer due to invading pioneer trees and species of open and disturbed sites. Changes in herb layer coverage show large variations, however slight increases can be detected in all variants, whereas the clear cuts show the smallest values immediately after cutting. this is in contrast to the dry weight and nitrogen pool of the vegetation, which increases markedly already in the first year after clear cutting. therefore the vegetation on the clear cuttings shows the greatest potential for nitrogen retention. most important regarding the nitrogen pool are graminoids, which also are often competitors for the tree regeneration. the increase in shrub layer species, though, shows that the colonisation of woody species is not impeded.

© DLV München

 

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