Waldbau

Waldumbau im Klimawandel: Buchen leiden, Wälder zeigen neues Gesicht

Bearbeitet von Carolin Föste

Kurze Regenschauer helfen dem in vielen Teilen Deutschlands langfristig ausgetrockneten Wald nur wenig. Mitten im voranschreitenden Waldumbau werden damit auch heimische Baumarten gefährdet, die Forstleute langfristig fördern wollten. Forst Baden-Württemberg (ForstBW) stellt die Problematik genauer vor.

In Baden-Württemberg seien die Fichtenkalamitäten durch die Massenvermehrung des Borkenkäfers in den letzten Jahren nicht das größte Problem. Das liege einerseits daran, dass die Staatswälder bereits weitestgehend als Mischwälder bestehen. Andererseits gefährde vor allem anhaltende Trockenheit die Bestände, wie ForstBW in einer aktuellen Meldung erklärt.

Bisher stabile Baumarten trocknen aus

Neben absterbenden Nadelhölzern leiden auch bisher stabilere Laubbaumarten. „Gerade die Buche, unsere häufigste und im Land prägende Laubbaumart zeigt immer deutlicher, dass sie mit solchen Trockenereignissen zu kämpfen hat. Sonnenbrand und vertrocknete Kronen sind ganz deutliche Anzeichen dafür, dass es den Bäumen zu heiß und zu trocken ist“, erklärt der Vorstandsvorsitzende von ForstBW, Max Reger.

Trocknen die Böden durch ausbleibende Regelfälle, und das über Wochen und Monate hinweg, aus, kommen Baumwurzeln nicht mehr an ausreichend Wasser. Das betreffe zunehmend auch tiefwurzelnde Baumarten. „Wenn so etwas nur ein- oder zweimal im Jahrzehnt vorkommt, dann können gesunde Bäume diese Trockenjahre gut kompensieren und man erkennt den Mangel später nur noch an den schmalen Jahrringen im Holz.“ Nun treten allerdings vermehrt extrem trockene Jahre auf. Die Widerstandskraft der Bäume lasse nach. Vielen Bäumen sehe man das erst im Folgejahr oder noch später an. Nun zeigen sich jedoch bereits Schäden der Trockenheit.

Der Klimawandel bringt Deutschland neue Wälder

„Die Regenfälle der vergangenen Tage sind ein Segen für den Wald – aber sie helfen der Natur kurzfristig. Die massiven Dürreperioden schädigen unseren Wald langfristig. Wir müssen reagieren, die Wälder langfristig umbauen und uns perspektivisch an neue Waldbilder in Deutschland gewöhnen“, sagt Reger.

„Wir müssen uns auch im vermeintlich wasserreichen Mitteleuropa darauf einstellen, immer häufiger mit solchen Dürreperioden konfrontiert zu werden. Deshalb legen wir von ForstBW großen Wert darauf, heimische Baumarten, die mit Trockenheit besser zurechtkommen, wie beispielsweise die Eiche oder die Elsbeere verstärkt in die Wälder einzubringen. Aber auch gut erforschte Baumarten beispielsweise aus dem Mittelmeerraum, wie die Esskastanie oder die Flaumeiche pflanzen unsere Forstwirtinnen und Forstwirte an den Standorten, an denen sie mehr Stabilität im Klimawandel versprechen“, so der Experte.

Das bisher bekannte Waldbild werde sich damit mancherorts vollkommen ändern. 1,2 Mio. junge Forstpflanzen 55 verschiedener Baum- und Straucharten habe ForstBW im letzten Jahr in die Waldböden der Staatswälder gebracht. So wollen die Forstleute sicherstellen, dass Wald auch Wald bleibt – wenn auch mit neuem Gesicht.

Quelle: ForstBW