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Waldtheater am Forstamt Neu Pudagla auf Usedom

„Waldtheater“ am Forstamt Neu Pudagla auf Usedom

Der Müllroser „Waldtheater-Erfinder“ Roland Boljahn und sein dreiköpfiges Waldschulteam führten kürzlich am Forstamt Neu Pudagla auf der Ostseeinsel Usedom in Gegenwart des Mecklenburg-Vorpommerschen Ministers für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, einen großen Waldtheater-Tag durch. In der Folge wird über die weitere Entwicklung des attraktiven Waldpädagogik-Angebots in diesem Bundesland entschieden.

Über das pädagogische Konzept, das Roland Boljahn, Mitarbeiter des Landesbetriebes Forst Brandenburg sowie Leiter des brandenburgischen SDW-Landesarbeitskreises Wald & Bildung, bereits 1994 entwickelt hatte und das die Rugard-Schule aus Bergen als erste in Mecklenburg-Vorpommern umsetzt, wurde online unter Ostsee-Zeitung.de ausführlich berichtet:

Im Zuge der Projektarbeit erfuhren die Schüler, dass Waldtheater mehr als Umweltbildung ist. Wenige Tipps reichten aus, um sie in die Themen einzuarbeiten. Selbst wurden Masken gefertigt, hinter denen es offenbar leichter fiel, Emotionen freien Lauf zu lassen, Ideen zu entwickeln und miteinander Theater zu spielen. Anregungen erhielten sie dabei u.a. am Fledermausbastelstand. Gerade das Theaterstück, das die Rückkehr des Wolfes im Land thematisierte, gefiel den Gästen am Ende besonders. „Ich finde toll, wie es den Kindern gelang, die verschiedenen Ansichten und somit das gesamte Konfliktpotenzial des Themas umzusetzen“, zeigte sich Forstdirektor Norbert Sündermann begeistert.

Kommentar von Klaus Radestock, Leiter BDF-Bundesarbeitskreis Forstliche Umweltbildung:

Die Waldtheater-Idee des Forstwirtschaftsmeisters Roland Boljahn von der märkischen Waldschule „Am Rogge-Busch“ greift nun weiter um sich. Sie zum Umwelttag 2011 in Neu Pudagla vielen Usedomer Kindern schmackhaft zu machen, wird ihre Wirkung hoffentlich nicht verfehlen. Immerhin – die Konkurrenz der Freizeitbeschäftigungen ist stark, jede Art von Bildschirm von einer enormen Anziehungskraft für den Nachwuchs. Da bedarf es schon starker Zugpferde, wie mit Freunden ein Waldtheater-Stück einzustudieren, um Kinder aus dem Haus zu locken. Dass sie sich und ihre Stärken dabei selbst entdecken, ist ein schöner Nebeneffekt. Ein Entweder-oder steht allerdings nicht zur Debatte. Am besten wäre natürlich, die naturnahe Umweltbildung mit Internet und vernünftig dosiertem Fernsehen zu kombinieren; sozusagen Bildung und Gefühl miteinander zu verbinden. Denn auch bei der Umwelterziehung heißt es heute: Die richtige Mischung macht’s.
 

Märkisches Haus des Waldes/Ostsee-Zeitung.de/fp

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