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Waldstrategie 2050 des Freistaates Sachsen beschlossen

Waldstrategie 2050 des Freistaates Sachsen beschlossen

Sachsens Forstminister Frank Kupfer hat beim Forstpolitischen Forum am 29. November 2013 in Annaberg-Buchholz über die „Waldstrategie 2050 des Freistaates Sachsen“ informiert, die das Kabinett beschlossen hat. Vorangegangen war eine intensive Diskussion mit Verbänden, Kommunen sowie der Bevölkerung.
„Die breite Beteiligung der Öffentlichkeit, von Institutionen wie Bürgern, ist mir wichtig, weil wir die Ziele der Waldstrategie nur gemeinsam erreichen können“, so der Minister. Neben den Mitgliedern des Landesforstwirtschaftsrates hatten sich insgesamt 37 Verbände, Institutionen und Bürger zur Waldstrategie geäußert. „Sehr froh bin ich, dass die Vorlage unserer Strategie offen begrüßt wurde“, so Kupfer. „Die wertvollen Hinweise sind in das nun beschlossene Dokument eingeflossen. Die ‚Waldstrategie 2050 für den Freistaat Sachsen‘ ist damit keine bloße Theorie mehr, sondern die praktische Maxime für die nachhaltige Entwicklung von Wald und Forstwirtschaft“.
Grundsätze der Waldstrategie 2050 des Freistaates Sachen
In der „Waldstrategie 2050 des Freistaates Sachen“ sind die Grundsätze zusammengefasst, die bis ins Jahr 2050 eine erfolgreiche Entwicklung des Waldes als Naturlandschaft und Wirtschaftsraum gewährleisten sollen.
„In den nächsten Jahrzehnten erwarten unsere Wälder große Herausforderungen“, erläutert der Forstminister. „Im Vergleich zu heute werden in Folge des Klimawandels regional noch mehr Trockenheit, aber auch gehäufte Extremwetter-Ereignisse wie Starkniederschläge eintreten. Auf der anderen Seite steigen die Ansprüche der Gesellschaft an den Wald. Er wird künftig noch mehr als jetzt gleichzeitig als Erholungsraum, Holzlieferant und Lebensraum für zum Teil bedrohte Tier- und Pflanzenarten gefragt sein. Die Waldstrategie beschreibt das Ziel, wie Wald und Forstwirtschaft im Freistaat Sachsen zur Mitte dieses Jahrhunderts beschaffen sein müssen, um die Herausforderungen meistern und den teils konkurrierenden Interessen gerecht werden zu können.“
Die Waldstrategie 2050 ist unterteilt in elf Handlungsfelder: Waldfläche, Waldeigentum, Waldaufbau, Stetigkeit der Waldfunktionen, Nutzungspotenzial Waldholz, Wald und Naturschutz, Wald und Erholung, Wald und Arbeit, Wald und Einkommen, Wald und Innovation sowie Wald und Umweltbildung. Für jedes dieser Handlungsfelder sind in der Strategie zu erwartende Entwicklungen analysiert, angestrebte Ziele bis zum Jahr 2050 sowie die dafür notwendigen Entwicklungsschritte formuliert.
Minister Kupfer zur Waldmehrung: „Eine Aufgabe von großer Bedeutung für die kommenden Jahrzehnte bleibt die Waldmehrung. Wald ist ein wichtiger CO2-Speicher und daher unerlässlich für den Klimaschutz.“ Große Bedeutung hat der Wald aber auch für den Hochwasser-, Trinkwasser und Erosionsschutz. Das zeigt, dass jeder zusätzliche Hektar Wald wichtig ist. Die Waldfläche in Sachsen beträgt aktuell (1. Januar 2013) 524 627 Hektar, das sind 28,4 % der Landesfläche. „Unser Ziel bleiben 30 % Waldanteil an der Landesfläche bis 2050“, so Minister Kupfer. Dazu sollen zum Beispiel geeignete landeseigene Flächen aufgeforstet werden. Regionale Zielvorgaben für die Waldmehrung sind darüber hinaus im Landesentwicklungsplan verankert.
Hinsichtlich Waldumbau sei das Ziel bis 2050, im Landeswald insgesamt rund 80.000 ha sowie im Privat- und Körperschaftswald weitere 30.000 ha Wald umzubauen. Dazu seien weitere Anstrengungen in Richtung waldverträglicher Schalenwildbestände erforderlich. Die regionalen Jagdkonzepte müssten sich an den waldbaulichen Erfordernissen ausrichten.
Mit rund 1 Mio Fm pro Jahr soll der Holzeinschlag im Landeswald auch 2050 etwa auf heutigem Niveau liegen. Bis dahin werde der Einschlag aber zeitweise deutlich ansteigen, weil ältere Nadelbaumbestände mit höheren Flächenanteilen genutzt werden müssen und die im Rahmen des Waldumbaus gepflanzten Bäume mehr Licht benötigen. Außerdem sind künftig auch im Kleinprivatwald bestehende Nutzungsreserven zu erschließen. Dazu sollen unter anderem forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse weiter gestärkt und Flurbereinigungsverfahren in größerem Umfang durchgeführt werden.
SMUL

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