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Waldstrategie 2020 und Holzrohstoffbedarf

Die effiziente Verwendung des Rohstoffes Holz bildet in der am 21. September 2011 von der Bundesregierung beschlossenen Waldstrategie 2020 eines der neun Handlungsfelder. Darin wird unter anderem als Teilziel formuliert: „Der steigende inländische Holzbedarf soll auch nach 2020 überwiegend aus heimischer Erzeugung und durch die nachhaltige Erschließung weiterer Rohstoffquellen gedeckt werden.“ Hierzu gelte es die Rahmenbedingungen für die Rohstoffbereitstellung für die Holz-, Papier- und Energiewirtschaft zu verbessern.  
Zu den in der Waldstrategie 2020 aufgeführten Lösungsansätzen im Handlungsfeld Rohstoffe, Verwendung und Effizienz zählen unter anderem:
• Die Holzernte wird maximal bis zum durchschnittlichen jährlichen Zuwachs gesteigert (Basis ist das Referenzszenario der Bundesregierung für die Klimaverhandlungen von rd. 100 Mio. Kubikmeter pro Jahr). Der Wald soll als CO2-Senke erhalten bleiben.
• Der erste Schritt beim Umgang mit knapper werdenden Ressourcen ist deren effizientere Verwendung. Grundsätzlich soll die Kaskadennutzung in der Holz- und Papierwirtschaft verstärkt werden.
• Ein weiterer Punkt zu Steigerung der Ressourceneffizienz liegt in der Verbesserung der stofflichen und energetischen Ausnutzung des Rohstoffes Holz durch Umwandlungstechniken und Absenkung spezifischer Verbräuche.
• Bei der energetischen Nutzung ist ein weiterer Ansatz die Förderung der Verwertung in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen.
• „Grundsätzlich sind förderpolitische Fehlanreize mit Blick auf bestehende Konkurrenzen zwischen stofflicher und energetischer Nutzung zu vermeiden.“
• Instrumente zur marktgerechten Rohholzmobilisierung sollen weiterentwickelt und effektiver eingesetzt werden. Stichworte dazu sind: Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse, Beratung und Betreuung der Waldbesitzer, Waldflurbereinigungen, Waldpacht.

Zur Deckung des in Deutschland weiter steigenden Holzrohstoffbedarfs können Kurzumtriebsplantagen außerhalb des Waldes einen Beitrag leisten, insbesondere im energetischen Bereich. Der Anbauumfang von zurzeit etwa 3000 ha wird als noch zu gering eingeschätzt. Weiteres Anbaupotenzial für Kurzumtriebsplantagen auf geeigneten landwirtschaftlichen und anderen Flächen ist vorhanden. Der Ertrag kann durch Auslese und Züchtung langfristig gesteigert werden. „Die Förderbedingungen sollten überprüft werden“, heißt es dazu in der Waldstrategie 2020.

Die verstärkte Nutzung von Landschaftspflegeholz wird als ein weiterer Weg zur Verbreiterung der Holzrohstoffbasis aufgeführt. Gegenwärtig werden etwa 5 Mio. Kubikmeter Holz aus der Landschaftspflege in kleineren Biomasseheizkraftwerken genutzt. Das entspricht nur 20 % des geschätzten Potenzials.

Die Option Rohholzeinfuhr wird aufgrund der Entwicklung in wichtigen potenziellen Exportländern als unsicher eingeschätzt. Bei Importen über den Weltmarkt sind ökologische Aspekte (z.B. Energieaufwand für den Transport) und die Herkunft aus legaler und nachhaltiger Erzeugung sicherzustellen.

Unter den Stichworten Markttransparenz und Grundlagen für unternehmerische und politische Entscheidungen wird für eine fundierte Datengrundlage plädiert. Dabei ergeht die Aufforderung an die Forst- und Holzwirtschaft, die Marktberichterstattung dauerhaft abzusichern. Die Bundeswaldinventuren und Holzaufkommensprognosen sollen auch in Zukunft von Bund und Ländern durchgeführt werden. Nach Vorliegen der Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur wird eine detaillierte Holzaufkommensprognose für Deutschland erstellt.

fp/S. Loboda

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