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Waldschutz international und national

Waldschutz international und national

Aktuell antwortete die Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Fraktion die Linke zum Thema Waldschutz in Entwicklungsländern durch das REDD+-Programm. Darin heißt es, dass das REDD+-Programm durch ein Anreizsystem für die Waldeigentümer einen entscheidenden Beitrag zum Klima- und Waldschutz in Ländern des globalen Südens leiste. Denn erstmals würden über Projektmittel hinaus echte Kompensationszahlungen geleistet, wobei die gesamte Landesfläche einbezogen werde, Waldschutz und nachhaltige Waldwirtschaft würden so zugleich gefördert. Die REDD+-Vereinbarungen sind Rahmenkonventionen der Vereinten Nationen, mit denen der Erhalt von Wäldern als Kohlenstoffspeicher finanziell attraktiv gemacht werden soll. Transparente Konzeption, Planung und Durchführung sollen das Programm bei den Waldeigentümern verankern und nachhaltige Forstwirtschaft ermöglichen. Das Projekt werde vom Bundesumweltministerium durch Mittel in Höhe von 9 Mio. € zusätzlich gefördert.
„Wir begrüßen außerordentlich die Entscheidung, ein Anreizsystem für nachhaltige Forstwirtschaft und Waldschutz zu schaffen“, sagte der Präsident der AGDW, Philipp Freiherr zu Guttenberg. Dadurch werde die Verantwortung der Waldbauern gegenüber Wirtschaft, Gesellschaft und Natur endlich gewürdigt.
Über das Bekenntnis der Bundesregierung zur weitsichtigen Waldpolitik freut sich zu Guttenberg: „Es ist ein unglaublicher Fortschritt, dass der Waldbesitzer als Schlüssel zur Lösung drängender Klima- und Umweltfragen erkannt wird. Endlich wird seine freiwillige Naturschutzleistung wertgeschätzt.“ Er wundert sich jedoch: „Gleichzeitig werden die Missstände in Deutschland verkannt.“ Seit mehr als 300 Jahren handeln deutsche Waldbauern nachhaltig. Dabei werden sie durch Naturschutzvorschriften mehr und mehr eingeschränkt, ohne darauf Einfluss nehmen zu können.
Gleicher Maßstab auch für Waldbesitzer in Deutschland
„Forderungen nach einem Mehr an Naturschutz müssen endlich ausgeglichen werden“, ist sich der Präsident sicher und begründet: „Andernfalls lässt sich unser bisher erreichtes Niveau auf keinen Fall halten. Es ist höchste Zeit, dass Fördermittel für den Naturschutz endlich direkt beim Waldbesitzer ankommen und nicht bei Dritten oder dubiosen Umweltverbänden versinken. Ökonomie und Naturschutz gehen in Deutschland seit langer Zeit Hand in Hand, die Verantwortung und das finanzielle Risiko werden alleine vom Waldeigentümer getragen. Will man mehr, so muss der Eigentümer entsprechend entlastet werden. Wenn ich immer stärker in meinem Handlungsspielraum eingeschränkt werde und auch keinen Ausgleich erhalte, überlege ich mir als kleiner Waldbauer, ob ich freiwillig zusätzlichen Naturschutz leiste.“
Der AGDW-Präsident resümiert: „Beim Wald- wie auch Umweltschutz darf nicht mit zweierlei Maß gemessen werden – wir sehen das Bekenntnis der Bundesregierung auch als ein klares Signal für uns deutsche Waldeigentümer und fordern daher, den gleichen Maßstab auch in Deutschland anzusetzen.“
AGDW – Die Waldeigentümer

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