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Bundesregierung unterstützt Verhandlungen zu einem europäischen Waldabkommen

Waldrekorde zum Internationalen Tag des Baumes

Anlässlich des Internationalen Tag des Baumes am 25. April erklärt der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundeslandwirtschaftsministerin, Peter Bleser: „Der Wald steckt voller Rekorde. Auf 11,1 Millionen Hektar Wald in Deutschland stehen rund 7 Milliarden Bäume. Allein der deutsche Wald beheimatet 76 Baumarten. Der Schutz und die nachhaltige Nutzung des Waldes müssen weiterhin im Einklang stehen. Große Sorge macht uns, wie der Wald in anderen Teilen der Erde zerstört wird. Weltweit werden 13 Millionen Hektar Naturwälder pro Jahr insbesondere in den Tropen vernichtet. Aus diesem Grund unterstützen wir nachdrücklich die Bemühungen der EU und der Internationalen Gemeinschaft, die Wälder der Erde zu erhalten und nachhaltig zu nutzen.“
 
Rekorde rund um unser Waldkulturerbe
Am Internationalen Tag des Baumes weisen traditionell in ganz Deutschland Baumpflanzungen auf die Bedeutung des Waldes für Mensch, Natur und Wirtschaft hin. Einige Bäume sind wahre Rekordhalter, zum Beispiel „Waldtraut vom Mühlenwald“. Die 90 Jahre alte Douglasie ist mit ihren 63,33 m der derzeit höchste Baum Deutschlands. Sie steht im Stadtwald von Freiburg im Breisgau. Weitere Rekorde rund um unser Waldkulturerbe: 
• 7 Mrd. Bäume mit einem Mindestdurchmesser von 7 cm in 1,3 m Höhe wachsen in deutschen Wäldern.
• 115,55 m hoch ist der höchste Baum der Welt: ein Küstenmammutbaum im kalifornischen Sequoia-Nationalpark mit Namen „Hyperion“.
• 58 m beträgt der Stammumfang des „Ahuehuete-Baums“ in Santa Maria de Tule im Staat Oaxaca (Mexiko), genannt „El Gigante“. Der Baum der Art Mexikanische Sumpfzypresse (Taxodium macronatum) hat damit den wohl größten Stammumfang weltweit.
• 1489 Kubikmeter beträgt das Volumen des mächtigsten Baums der Erde. Der General Sherman Tree (ein Küstenmammutbaum) im Sequoia-Nationalpark in Kalifornien hat eine Stammhöhe von 83,8 m und einen Umfang an der Stammbasis von 31,12 m. Mit einem Gewicht von 670 t ist er auch der schwerste Baum der Welt. Mit einem Alter von rund 2500 Jahren ist er aber noch lange nicht der älteste lebende Baum.
• 9550 Jahre alt soll eine Fichte in Schweden sein. Sie ist damit einer der ältesten lebenden Bäume der Welt. Einer der ältesten Bäume Deutschlands ist die Tanzlinde in Schlenklengsfeld in Hessen. Ihr Alter wird auf 1120 Jahre geschätzt.
• 385 Millionen Jahre alt sind die ältesten gefundenen Baumfossilien. Im Karbon (Steinkohlezeit) wuchsen riesige Wälder aus Bärlapp-, Farn- und Schachtelhalmbäumen in einem günstigen feuchten und tropischen Klima. Vor 270 Mio. Jahren entstanden in trockenerem Klima unsere Nadelbäume.
• Die älteste Baumart der Erde ist der Ginkgo (Ginkgo biloba). 10 500 Jahre alt ist das Wurzelgeflecht der sog. „Huon Pine“ in Tasmanien (Australien). Er ist damit der Baum mit dem ältesten durchgängig lebenden Wurzelsystem. Aus den uralten Wurzeln sprießen immer wieder neue, genetisch identische Kiefern. Die Pflanze klont sich also immer wieder selbst. Die älteste Kiefer darunter ist etwa 2000 Jahre alt.
• Einer Temperatur von bis zu minus 72 Grad Celsius widerstehen die winterhärtesten Bäume der Welt, die Dahurische Lärche (Larix gmelini) und die ostasiatische Zwerg-Kiefer (Pinus pumila). Die Dahurische Lärche ist zudem die Baumart, die am weitesten im Norden vorkommen kann.
• Auf 4600 m ü. NN im Ost-Himalaja wächst die Schuppenrindige Tanne (Abies squamata). Sie ist die am höchsten vorkommende Baumart der Welt.
• 1,25 Gramm pro Kubikzentimeter beträgt die Rohdichte des weltweit schwersten Holzes, des afrikanischen Grenadill (Dalbergia melano-xylon). Es ist wegen seiner einzigartigen Dichte luftundurchlässig und würde im Wasser nicht schwimmen, sondern untergehen. Es wird vor allem für den Bau von Holzblasinstrumenten verwendet.
• 0,07 bis 0,15 Gramm pro Kubikzentimeter ist die Rohdichte des Balsa, des leichtesten Holzes überhaupt. Es wächst im tropischen Amerika und ist ein beliebter Roh stoff für den Flugzeug- und Schiffsmodellbau.
 
Tag des Baumes & Jahr der Wälder
Der Internationale Tag des Baumes geht zurück auf das Jahr 1872. Der amerikanische Journalist Julius Sterling Morton beantragte bei der Regierung von Nebraska die Einführung eines „Arbor Days“. Was in den USA begann wurde bald weltweit übernommen, 1952 auch in Deutschland. Damals pflanzten Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Robert Lehr, im Bonner Hofgarten einen Ahorn.  
Die Aktivitäten zum Internationalen Tag des Baumes sind Teil der internationalen Kampagne zum Internationalen Jahr des Wälder 2011. Wälder neu zu erleben, dazu ruft der deutsche Beitrag zum Internationalen Jahr der Wälder unter dem Motto „Entdecken Sie unser Waldkulturerbe“ auf. Bundesweit finden rund 5000 Veranstaltungen statt, organisiert von über 750 Akteuren unter Federführung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Ein Veranstaltungskalender auf www.wald2011.de informiert über alle Aktivitäten in der Nähe durch eine einfache Umkreissuche.

Quellen: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundeswaldinventur II, Waldzustandsbericht der Bundesregierung 2010
 

 

Zum Veranstaltungskalender

 
Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

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