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Waldmedaille des BUND Naturschutz in Bayern für Privatwaldförster Peter Helmstetter

Waldmedaille des BUND Naturschutz in Bayern für Privatwaldförster Peter Helmstetter

Im Rahmen einer Festveranstaltung in Rohr im Landkreis Roth ehrt der BUND Naturschutz in Bayern (BN) Peter Helmstetter mit seiner BN-Waldmedaille. Als Privatwaldförster am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth hat er das Waldumbauprojekt „Zukunftswälder im nördlichen Landkreis Roth“ als Hauptinitiator auf den Weg gebracht.

Im Rahmen dieses Projektes unterpflanzten Waldbesitzer nach einer Durchforstung ihre Kiefernwälder mit über 500.000 kleinen Bäumchen, zumeist Buchen.
„Wir ehren Peter Helmstetter, weil er in vorbildlicher Weise Waldbesitzer und Jäger für einen flächigen Waldumbau ohne Zaun gewonnen hat“, so Hubert Weiger, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern (BN). Mit dem Projekt können Waldbesitzer in ihren durch den Klimawandel gefährdeten Wäldern Buchen, Eichen und Tannen nachziehen, die besser an Hitze und Trockenheit angepasst sind als die vorhandenen Kiefernmonokulturen.
Wegweisendes Projekt
„Zukunftswälder im Landkreis Roth“
Das Projekt „Zukunftswälder“ bringt Waldbesitzer und Jäger in ausgewählten Gebieten an einen Tisch. Die Grundidee „Viele Waldbesitzer pflanzen gleichzeitig auf möglichst großer Fläche junge Bäumchen“ ermöglicht ein großflächiges Arbeiten. Auf den Zaunschutz für weniger verbissgefährdete Baumarten wie die Rotbuche kann durch den durchgeführten Schwerpunktabschuss verzichtet werden. Mit beiden Maßnahmen zusammen kann hier der Wildverbiss deutlich reduziert werden und die Pflanzungen können zu stabilen Mischwäldern heranwachsen.
In den verschiedenen Projektgebieten mit einer Gesamtwaldfläche von etwa 350 ha wurden so seit 2011 etwa 130 ha meist reiner Kiefernwälder in stabile Laubmischwälder umgewandelt. Dabei haben sich etwa 60 private und 3 kommunale Waldbesitzer beteiligt. Ein aktuell laufendes, weiteres Projekt wurde aufgrund der vorliegenden positiven Erfahrungen mit dieser Art des Vorgehens nicht wie üblich von der Forstverwaltung, sondern bereits von Waldbesitzern initiiert.
Großer Dank an Forstleute, Waldbesitzer, Jäger und Projektbeteiligte
Die Ehrung von Peter Helmstetter erfolgte stellvertretend auch für seine Forstkolleginnen und -kollegen. Weiger dankte den beteiligten Forstleuten und den vielen weiteren Akteuren im Projekt, zuvorderst den Waldbesitzern, die bereit waren, neue Wege zu gehen: „Wir danken auch den Jägern, die bereit waren die geänderten Zielsetzungen durch eine intensivere Jagd zu unterstützen, die die zaunfreien Pflanzungen erst möglich machten. Dank gebührt auch den Forstbetriebsgemeinschaften, Holzeinschlags- und Pflanzfirmen, die sorgsam gearbeitet haben.“

Flächiger Waldumbau erfordert Forstpersonal

In seiner Dankesrede betonte Helmstetter, er gebe die Ehrung an die vielen weiter, die an den Projekten beteiligt sind und sie unterstützen. Ohne die engagierte Arbeit in den vielfältigen Funktionen zwischen Holzeinschlag, Pflanzung und Förderbearbeitung wäre es nicht möglich gewesen, den Projekten zu dem positiven Ansehen zu verhelfen, das sie in der regionalen Waldbesitzerschaft zwischenzeitlich genießen.
Diese positive Stimmung sei es auch, die mittlerweile die Bereitschaft der Waldbesitzer zum gemeinsamen Waldumbau präge. Der limitierende Faktor sei hier nicht mehr die Motivation der Waldbesitzer, sondern eher die personelle Kapazität der Forstverwaltung.

Waldmedaille des BUND Naturschutz für Waldschützer

Mit der Waldmedaille des BUND Naturschutz in Bayern werden Persönlichkeiten und Organisationen geehrt, die sich um den Schutz und die naturnahe Bewirtschaftung des Waldes, insbesondere auch im Privat- und Kommunalwald verdient gemacht haben.
Die BN-Waldmedaille geht auf historische Wurzeln eines Prämientalers des letzten Markgrafen Alexander von Ansbach/Bayreuth zurück. Bereits 1774 stiftete er diesem Prämientaler mit der Inschrift „Sylvarum culturae praemium“ für die Gesundung der übernutzten und stark geschädigten Wälder. Auch in der heutigen Zeit sind Wälder verschiedenen Gefahren ausgesetzt, die von überstarken Nutzungen, über Klimawandel und Schadstoffeinträgen bis hin zu der völligen Waldbeseitigung reichen. Mit der BN-Waldmedaille sollen diejenigen geehrt werden, die die Wälder vor diesen Gefahren verteidigen, vor Schäden bewahren helfen.
Seit 2008 vergibt der BN auf Initiative des oberfränkischen Forstmanns Hans Popp das Wappensiegel „Sylvarum culturae praemium„, das dieser persönlich entworfen hat.
 
AELF Roth

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