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Waldklimafonds gegen das Waldsterben 2.0

Die Ministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten von Rheinland-Pfalz, Ulrike Höfken, schlägt eine „Waldklima-Prämie“ durch den Waldklimafonds vor. Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin wird Ministerin Höfken auch mit Waldbesitzenden und Vertretern des Deutschen Forstwirtschaftsrat sowie von Umwelt- und Wirtschaftsverbänden das Gespräch suchen und hier die Initiative eines bundesweiten Waldklimafonds weiter vorantreiben.

Stürme, Dürreperioden, Hitzerekorde – die Auswirkungen der fortschreitenden Klimakrise auf unsere Wälder sind besorgniserregend. Es drohe mancherorts ein Verlust oder auch Ausverkauf von Wald aufgrund der hohen Schäden und finanziellen Verluste, so Ministerin Höfken. „Wir sind in großer Sorge, da der Wald zu existenziellen Ökosystemleistungen wie Luftreinigung, Wasser- und Bodenschutz oder Biodiversität beiträgt und in erheblichem Umfang CO₂ bindet. Ein großflächiger Verlust würde zu einer deutlichen Verschärfung der Klimaveränderung mit unabsehbaren Folgen für die Gesellschaft führen“, begründet Höfken den unschätzbaren Wert unserer Wälder fürs Klima.

Bislang erfolge die Finanzierung von bundesweit geschätzten 3,5 Mrd. € Gesamtschadenshöhe aufgrund der Klimawandelfolgen im Forst in erster Linie aus den Erträgen der Forstbetriebe. „Dies kann jedoch angesichts der derzeitigen Entwicklungen nicht mehr sichergestellt werden. Ich begrüße sehr, dass die Bundesregierung angekündigt hat, die Förderung forstbetrieblicher Maßnahmen im Rahmen der GAK deutlich besser zu unterstützen. Will man den Walderhalt langfristig sichern, bedarf es jedoch dringend einer verstetigten finanziellen Honorierung der vielfachen Klimaschutz- und Ökosystemleistungen des Waldes.“

Waldklimafonds: Dauerhafte Honorierung der Waldleistungen im Klimaschutz

„Dies könnte im Rahmen des von BMEL und BMU gemeinsam verwalteten Waldklimafonds erfolgen, der bisher aus den Einnahmen der EU-CO₂-Zertitikate gespeist wird und durch möglicherweise weitere Quellen wie den Bundeshaushalt oder EU-Mittel aufgestockt werden“, so Höfken. Denn: Um den Um- und Wiederaufbau und die weitere Waldentwicklung aller Wälder zu klimastabilen, naturnahen Wäldern und die gesellschaftlichen Leistungen sicherzustellen, bedarf es eines hohen personellen und finanziellen Aufwands. „Den Erhalt unserer Wälder gibt es nämlich nicht zum Nulltarif“, betonte Höfken abschließend ihr Anliegen zur Initiative zur weiteren Unterstützung unserer Wälder.

Modell einer Waldklima-Prämie

Der zentrale Mechanismus des Klimaschutzbeitrags der Wälder liegt in der photosynthetischen Umwandlung von CO₂ in Biomasse, wobei 1 Kubikmeter Holz etwa 1 Tonne CO₂-Bindung entspricht. Die nutzbare Zuwachsleistung (Erntefestmaß o.R.) unserer Wälder in Deutschland beläuft sich laut Bundeswaldinventur 3 auf rund 8,8 Kubikmeter je Hektar und Jahr.

Der Vorschlag ist, diesen Mittelwert als Grundlage einer Erhaltungs-Unterstützung der Klimaschutzleistung des deutschen Waldes – stellvertretend auch für dessen sonstige Ökosystemleistungen – heranzuziehen und diese Unterstützung an zusätzliche Nachhaltigkeits- und Klimaschutzkriterien zu binden.

Die Finanzierungshöhe einer solchen Wald-Klimaprämie sollte sich am jeweils gültigen CO₂-Preis des EU-Emissionshandelssystems oder des Klimapaketes der Bundesregierung orientieren. Zum Beispiel könnte dies nach dem vorgesehenen Anfangspreis je Tonne CO₂-Ausstoß in Höhe von 25 € zu einem Klimaschutzbetrag von 220 € je Hektar Waldfläche führen – ein Betrag, der in dieser Höhe einen nachhaltig wirksamen Beitrag zu einer gleichermaßen klimaschützenden wie biodiversitätsorientierten Waldpflege leisten würde. Die Ausreichung der Mittel sollte dabei über den Waldklimafonds und die Zertifizierungssysteme wie FSC organisiert werden.

All diese Unterstützungsleistungen sind jedoch nur dann wirksam, wenn sie mit konsequenten weiteren Klimaschutzmaßnahmen in allen anderen Sektoren zur Erreichung des Pariser Klimaabkommens verbunden werden.

Red./MUEEF Rheinland-Pfalz

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