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Waldgipfel in Berlin – Wirkung für Thüringen?

Mitte Juli hatte der Bund Deutscher Forstleute (BDF) den Klimanotstand für den Wald ausgerufen und einen nationalen Waldgipfel gefordert. Der findet morgen auf Einladung der Bundesforstministerin Julia Klöckner statt. Was bedeutet das für Thüringen?

Der „Aktionsplan Wald 2030ff“ der Thüringer Landesregierung legt sich auf 500 Millionen Euro für 10 Jahre für den Wald fest. Klare Aussagen zum Personal, das den Plan ausführen soll, fehlen aber gänzlich. Fast die Hälfte des Forstpersonals wurde seit 1990 bereits abgebaut, während der Aufgabenberg stetig wächst. Aktuell stehen im „Personalabbaupfad“ immer noch 350 Stellenstreichungen. Ein Paradigmenwechsel ist notwendig. Ohne deutliche Personalaufstockung führt kein Plan zur Waldrettung zum Erfolg.

„Nach unserer jahrelangen Kritik am Stellenabbau beim Forstpersonal und dem finanziellen Ausbluten von ThüringenForst sind die Waldschäden unübersehbar und es wird nun endlich gehandelt“, so Andreas Schiene, Landesvorsitzender des BDF Thüringen. Von ehemals 2.500 Forstleuten in Thüringen im Jahr 1990 sind gerade noch 1.350 übrig. Die Leute arbeiten am Limit.

Große Aufgaben stehen an

Die Thüringer Landesregierung hat zunächst ihren „Aktionsplan Wald 2030ff“ verabschiedet. Nun folgt der Nationale Waldgipfel in Berlin, den der BDF im Bund eingefordert hat.

„Große Aufgaben stehen an. Viele Tausend Hektar Wald müssen neu aufgeforstet bzw. wiederbewaldet werden. Noch mehr Flächen müssen in klimastabilen Mischwald umgewandelt werden. Und ganz neuer Wald soll auch möglichst noch geschaffen werden. Das sind ehrenvolle und wichtige Arbeiten, die aber irgendjemand machen muss, planen muss, wissenschaftlich begleiten muss. Mit dem jetzigen Personal kommen wir an Grenzen, die die Ziele in weite Ferne rücken lassen“, so Schiene.

ThüringenForst benötigt sofort ein Personalentwicklungskonzept, dass die personelle Untersetzung für die Umsetzung der jährlichen 50 Mio. € und der vielfältigen Aufgaben sicherstellt.

Auf Bundesebene hat der BDF den Carlowitz-Plan zur Rettung des Waldes verabschiedet – Natur aus Försterhand. Für Thüringen werden dauerhaft mindestens 300 Stellen mehr im Forstbereich benötigt. „Wir sind gespannt, wie sich die Politik weiter dazu äußert, insbesondere im Rahmen der anstehenden Landtagswahlen“, so Schiene abschließend.

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

Red./BDF Thüringen

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