Forstpolitik

Waldförderprogramm der Bundesregierung: Haushaltsausschuss bewilligt Mittel

Bearbeitet von Jörg Fischer

In der letzten Woche berichteten wir über das geplante Waldförderprogramm des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), mit dem Waldumbau und Ökosystemleistungen im Wald gefördert werden sollen. Nun wurden die Mittel in Höhe von 900 Mio. € vom Haushaltsausschuss des Bundestages freigegeben.

In den kommenden fünf Jahren sollen durch das BMEL insgesamt 900 Mio. € in ein klimaangepasstes Waldmanagement investiert werden. Nun hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die entsprechenden Mittel freigegeben, mit deren Hilfe Waldbewirtschaftende für zusätzlichen Klima- und Biodiversitätsschutz belohnt werden sollen.

Wer profitiert von dem Waldförderprogramm?

Die Umsetzung des neuen Programms als Teil eines Wald-Förderpakets soll also in diesem Jahr anlaufen. Doch wer profitiert eigentlich davon? Vorgesehen ist laut Aussage des BMEL, dass jeder eine Förderung erhalten kann, der „seinen Wald nach Kriterien oberhalb der gesetzlichen Anforderungen und oberhalb der Standards der forstlichen Zertifizierungssysteme bewirtschaftet – und damit die Anpassung seines Waldes an den Klimawandel verstärkt“. So seien beispielsweise Kahlschläge verboten, beim Aufbau neuer Wälder müsse auf überwiegend standortheimische Baumarten zurückgegriffen werden und in großen Wäldern sei mehr Raum für die natürliche Waldentwicklung bereitzustellen.

Waldförderprogramm als Baustein der Waldpolitik des BMEL

Das Förderinstrument „Honorierung der Ökosystemleistung des Waldes und von klimaangepasstem Waldmanagement“ stellt einen Baustein der waldpolitischen Vorhaben des BMEL dar. Ziel sei es, mit allen Vorhaben den Schutz und Erhalt der Wälder sowie eine naturnahe und nachhaltige Nutzung voranzutreiben. Durch einen gezielten Waldumbau und ein klimaangepasstes Waldmanagement sollen laut BMEL so artenreiche und klimaresiliente Wälder mit überwiegend standortheimischen Baumarten erhalten und weiterentwickelt werden. Das neue Förderinstrument investiere in beide Bereiche: Mit einem klimaangepassten Waldmanagement (Modul 1) werde in den nächsten Jahrzehnten sowohl die Anpassung der Wälder an den Klimawandel als auch die Senkenleistung des Waldes beeinflusst. Die Kriterien für dieses Modul hat das BMEL mit dem Bundesumweltministerium abgestimmt. Das Modul 1 soll bereits in diesem Jahr starten.

Zusätzlich sei beabsichtigt, auch eine räumlich und zeitlich begrenzte Extensivierung der Holznutzung zu fördern (Modul 2). Modul 2 soll Anreize für eine extensive Bewirtschaftung von Laubwäldern bieten, die einen besonders hohen Wert für die Biodiversität haben. Dieser Teil der Förderung beginne dann zu einem späteren Zeitpunkt.

Mit dieser neuen Maßnahme im Rahmen des Klimaschutzsofortprogramms werde laut Landwirtschaftsministerium ein langfristiger Ansatz eingeführt, der konkrete, über die bisherigen gesetzlichen Vorgaben und über die Zertifizierungssysteme hinausgehende Anforderungen an zusätzliche Klimaschutz- und Biodiversitätsleistungen adressiert, diese honoriert und die Waldbesitzenden dadurch in die Lage versetzt, ihre Wälder klimaresilient weiterzuentwickeln und, wenn nötig, umzubauen oder eine Neu- und Wiederbewaldung zu unterstützen.

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir dazu: „Unsere Wälder leiden massiv unter den Folgen der Klimakrise. Sie sind Patienten, denen wir jetzt helfen müssen, wieder gesund und vor allem widerstandsfähig zu werden. Mit unserem Förderprogramm unterstützen wir die Waldbesitzerinnen und -besitzer dabei, aktiv in Klimaschutz und Artenvielfalt zu investieren und die Wälder so krisenfest zu machen. Nur ein gesunder Wald liefert uns verlässlich Holz als wertvollen, nachwachsenden und CO2 bindenden Rohstoff, auf den wir vor allem mit Blick auf nachhaltiges Bauen angewiesen sind.“

Mit Material des BMEL