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Waldeigentümerverband: Wirtschaft und Naturschutz zusammen denken

Waldeigentümerverband: Wirtschaft und Naturschutz zusammen denken

„Der Dialog zwischen den unterschiedlichen Interessengruppen von Waldeigentümern über Forstverwaltungen und Forschungsinstituten bis zu den Naturschutzverbänden ist unverzichtbar für den Waldnaturschutz“, sagte der Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, Philipp zu Guttenberg, der das Dialogforum zur Waldstrategie 2020 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) begrüßte, das am 1. und 2. Juli in Berlin stattfand.
Dieses Forum habe einmal mehr deutlich gemacht: „Dem Wald in Deutschland geht es richtig gut. Die aktuelle Bundeswaldinventur stellt dem Wald ein phantastisches Zeugnis aus“, so der Präsident. Dazu leisten die privaten und kommunalen Waldbesitzer, aber auch die Beschäftigten aus der Forstwirtschaft einen entscheidenden Beitrag. „Ihr Engagement sorgt dafür, dass unsere Wälder in einem solch guten Zustand sind.“
Waldeigentümer werden für freiwillige Naturschutz-Leistungen bestraft
Allerdings kritisierte zu Guttenberg, dass diejenigen, die den Wald nachhaltig bewirtschaften und den Naturschutz mit dem Nutzen verbinden, wenig Unterstützung erfahren. Dies habe die Debatte auf dem Dialogforum erneut deutlich gemacht: „Die alleinige Reduzierung des Waldes auf den Naturschutz wird der Komplexität einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und den gesellschaftlichen Anforderungen nicht gerecht“, sagte der Präsident. „Wenn der Wald in Deutschland zukunftsfähig bleiben soll, muss auch ganzheitlich gedacht werden. Hierzu müssen einige aber ihren Tunnel verlassen.“
Berichte aus der Praxis hätten auf dem Dialogforum wieder einmal gezeigt, dass die Waldeigentümer für ihre freiwilligen Leistungen, die sie für den Naturschutz aufbringen, bestraft werden. So hatte der Leiter des Forstbetriebes Waldburg-Zeil in Leutkirch, Michael Fick, von der Vielzahl an freiwilligen Naturschutzmaßnahmen berichtet, die in dem Forstbetrieb umgesetzt werden. Diese reichen von der kostenlosen Flächenbereitstellung für Naturschutzmaßnahmen von Vereinen und Verbänden über die Anlage von Waldrändern und Laichgewässern bis zum Erhalt von Totholzgruppen. Auf dieses Engagement im Forstbetrieb folgen jedoch ausschließlich weitere Forderungen und Reglementierungen von Seiten des Naturschutzes, die auf Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit keine Rücksicht nehmen. „Der Naturschutz sorgt dafür, dass die Forstbetriebe ihre Motivation für freiwillige Naturschutzleistungen verlieren“, so zu Guttenbergs Kritik. „Es wird von oben durchregiert, statt – wie in einer Demokratie üblich – sich mit der Unternehmerschaft über die Machbarkeit der Anforderungen abzustimmen.“
Zukunftsfähigkeit erfordert Interessenausgleich und Respekt
Der Präsident fordert daher, die Waldeigentümer von vornherein einzubinden, wenn es um gesetzliche Bestimmungen und deren Auslegung geht. „Die Stabilität unserer Wälder und die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raumes hängt von einem vernünftigen Interessenausgleich und von gegenseitigem Respekt ab“, sagte zu Guttenberg.
 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

 
AGDW – Die Waldeigentümer

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