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Waldeigentümer begrüßen Realitätssinn

Waldeigentümer begrüßen Realitätssinn

Zum „Tag des Waldes“ am 21. März

Den Deutschen wird ein äußerst sentimentales Verhältnis zum Wald nachgesagt. Im Vergleich zu unseren süd- und westeuropäischen Nachbarn scheint sich dies bereits in der deutschen Sprache auszudrücken, in der es von Wald- und Holzmetaphern nur so wimmelt – vom „Holzweg“ über den „Waldspaziergang“ bis hin zum „Waldesrauschen“. Durch Märchen, Dichtung und Philosophie wurde der Wald romantisiert und zum ästhetischen Ideal der „unberührten und wildwüchsigen“ Natur verklärt. Das hatte aber spätestens seit Beginn der systematischen Landnutzung in der Jungsteinzeit kaum etwas mit der Realität zu tun. In der Wirklichkeit wurde der Wald immer schon vom Menschen genutzt und dementsprechend in seinem Aussehen und seiner Struktur ständig verändert.
 
Der Präsident des Dachverbandes der deutschen Waldbesitzerverbände AGDW – Die Waldeigentümer, Philipp Freiherr zu Guttenberg, sieht in der Nutzung sogar die Gewähr für den Erhalt der Wälder: „Der Wald war immer schon Nutzungsraum und daher genauso ein Kultur- wie ein Naturprodukt. Und auch wenn es viele Naturschützer nicht wahrhaben wollen, aber ohne die Nutzung des Waldes durch die Menschen – und vor allem durch die wissenschaftlich fundierte Forstwirtschaft der letzten 300 Jahre – konnte er überhaupt nur vor der totalen Zerstörung gerettet werden. “
Umdenken durch Realitätssinn
Mit Freude beobachtet zu Guttenberg schon seit einigen Jahren den Trend, dass immer mehr Deutsche wieder Holz nutzen, egal ob als Baustoff, Möbel oder Energieressource, und sich parallel zu dieser Entwicklung anscheinend auch bei Städtern (wieder) eine realistische Sicht auf den Wald durchsetzt: „Es ist gut, dass wir den Wald bei aller Schönheit nicht verklären. Der Wald ist in erster Linie für die Wohlfahrt unserer Menschen da und eine Voraussetzung für eine langfristig prosperierende Gesellschaft – gerade in Zeiten der immer knapper werdenden fossilen Energieressourcen. Daher sollte der wirtschaftliche Aspekt nicht einer unter vielen sein, sondern bei allen Aspekten der Waldpolitik im Vordergrund stehen! “
Forstwirtschaft: Schutz durch Nutzung
So schließt der Nutzungsgedanke keinesfalls einen ästhetisierenden und idealisierenden Hang oder gar die Liebe zum Wald aus. Ganz im Gegenteil sogar: Die zunehmende Entscheidung der Menschen Holz zu nutzen, hat nicht nur praktische Gründe, sondern geht einher mit der steigenden ästhetischen Wertschätzung des Naturstoffes Holz. Und die nachhaltige moderne Forstwirtschaft, die nie mehr Holz schlägt als nachwächst, steht mit ihrer Nutzungsphilosophie geradezu konträr zu vielen anderen heutigen Wirtschaftsbranchen.
Philipp Freiherr zu Guttenberg erklärt dies so: „In vielen Bereichen gibt es heutzutage einen destruktiven Verbrauch auf Kosten der nachfolgenden Generationen. Die nachhaltige Forstwirtschaft beweist, dass Nutzen kein sinnloser Verbrauch ist. Gerade wenn ich etwas auch ästhetisch sehr schätze und genieße, dann erhalte ich es, indem ich es nutze und damit in seiner Schönheit für meine Kinder und Enkel bewahre, damit sie dieselbe Freude daran haben und Liebe dazu entwickeln können wie ich selbst!“
Der Wald, seine Bäume und das Holz sind für die Ökologie und Ökonomie gleichermaßen wichtig. Deshalb kümmern sich Waldeigentümer und Förster tagtäglich um dieses einzigartige Natur-, Kultur- und Wirtschaftsgut.
AGDW – Die Waldeigentümer

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