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Vom 1. März bis zum 30. September wird in Brandenburg die Waldbrandüberwachung mit dem Kamerasystem aktiviert – für Waldbesitzer kostenfrei.

Waldbrandüberwachung in Brandenburg angelaufen

Erster Waldbrand 2019 bei Groß Leine, Landkreis Dahme-Spreewald: Am 19. Februar ging in der Leitstelle Lausitz die erste Waldbrandmeldung des Jahres ein. Durch das trockene Gras und Laub konnte sich hier ein Bodenfeuer auf rund 300 Quadratmetern ausbreiten. Forstleute schätzen ein, dass der Niederschlag über die Wintermonate viel zu niedrig ausgefallen ist. Die Waldböden sind noch vom letzten Jahr ausgetrocknet.

Die Waldbrandsaison 2018 haben viele noch nicht vergessen. Insgesamt 491 Waldbrände haben rund 1.700 ha Wald geschädigt. Davon haben allein 11 Großbrände rund 1.450 ha Brandenburger Wald vollständig vernichtet.

10-Punkte-Plan zur Waldbrandvorbeugung

Nach den verheerenden Waldbränden im Jahr 2018 reagierte Brandenburgs Forst- und Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger mit einem 10-Punkte-Plan zur Verbesserung der Waldbrandvorbeugung. So wurden 36 neue Stellen geschaffen, die in den Oberförstereien des Landesbetriebs Forst die Aufgaben des vorbeugenden Waldbrandschutzes unterstützen. Die Förderrichtlinie wurde überarbeitet, wodurch nun deutlich mehr Geld für den Bau von Löschwasserentnahmestellen zur Verfügung steht. Auch die Beschilderung an Waldeingängen und gefährdeten Waldgebieten wird überprüft und der Waldschutzplan aktualisiert. Des Weiteren wird die Kommunikation der Förster mit Mehrnetzkarten verbessert. Für die besonders gefährdeten ehemaligen Truppenübungsplätze wie Lieberose und Jüterbog werden spezielle Waldbrandschutzkonzepte erarbeitet und langfristig umgesetzt.

Die Waldbesitzer sind durch das Waldgesetz verpflichtet, Maßnahmen für den vorbeugenden Brandschutz durchzuführen. Dazu gehören zum Beispiel die Anlage und Unterhaltung von Löschwasserentnahmestellen, der Wegebau oder die Anlage von Schutzstreifen. Weil die Maßnahmen sehr kostenintensiv sind, unterstützen Land und die EU die Waldbesitzer mit finanzieller Förderung. In den Brandenburger Wäldern mit einem hohen Waldbrandrisiko können einige der Maßnahmen sogar zu 100 % gefördert werden. Waldbesitzer können sich direkt bei ihrem zuständigen Revierförster oder der Oberförsterei des Landesbetriebs Forst Brandenburg dazu beraten lassen.

Waldbrandgefahrenstufen für jeden Landkreis

Für jeden Landkreis werden an Wetterstationen die Wetterdaten erfasst und ausgewertet. Aus den aktuellen Wetterdaten und den Vorhersagedaten sowie der Streufeuchte des Materials am Boden und verschiedenen Vegetationsdaten berechnet der Deutsche Wetterdienst täglich eine Waldbrandgefahrenstufe je Landkreis.

Ab diesem Jahr wird die Gefahrenstufe erst am Morgen des jeweiligen Tages berechnet und um 8.00 Uhr über die Internetseiten des Agrar- und Umweltministeriums bekannt gegeben.

Während im letzten Jahr die Daten des Vortages für die Berechnung maßgeblich waren, sollen jetzt die Frühwerte die Gefahrenlage am jeweiligen Tag noch besser abbilden. Die Gefahrenstufen gehen von 1 (sehr geringe Gefahr) über 2 (geringe Gefahr) zu 3 (mittlere Gefahr) bis hin zu 4 (hohe Gefahr) und 5 (sehr hohe Gefahr). Je nach Witterungsverlauf kann dabei die Gefahrenstufe von Tag zu Tag wechseln.

Kamera-Überwachungssystem Fire Watch wird modernisiert

Immer wenn im Zeitraum vom 1. März bis zum 30. September die Gefahrenstufe 3 oder höher erreicht wird, überwacht der Landesbetrieb Forst Brandenburg wieder die Waldflächen aller Besitzarten mit dem Kamera-Überwachungssystem (Fire Watch): 107 Sensoren überprüfen die Waldgebiete über den Baumkronen und registrieren dabei jede Rauchentwicklung. Die Informationen laufen in den sechs Waldbrandzentralen des Landesbetriebes Forst Brandenburg zusammen. Wird eine aufsteigende Rauchwolke als Brand erkannt werden sofort die zuständigen regionalen Leitstellen der Feuerwehren alarmiert. In den kommenden beiden Jahren wird das bereits seit 2001 bestehende Kamerasystem im Land mit EU Fördermitteln modernisiert.

Für den Waldbesitzer ist die Überwachung kostenfrei. Das Land trägt die Aufwendungen. Mit der frühzeitigen Erkennung von Waldbränden kann noch schneller die Feuerwehr alarmiert werden. Je früher die Einsatzkräfte am Einsatzort sind, desto geringer im Regelfall die Schadfläche. Auch die Einsatzzeiten der fast ausschließlich freiwilligen Feuerwehren im Land verkürzen sich dadurch.

Red./MLUL Brandenburg

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