ABO
Für jeden Landkreis werden Wetterdaten regional erfasst und ausgewertet. Die Werte aller Stationen in einem Landkreis gehen abschließend in eine Gefahrenstufe je Landkreis ein.

2017 die geringsten Waldbrände seit 40 Jahren

Verheerende Waldbrände in Griechenland und Schweden sorgen aktuell wieder für große öffentliche Aufmerksamkeit. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) informiert über die Waldbrände in Deutschland im Jahr 2017.

In Deutschland hingegen gab es 2017 mit 424 Waldbränden (2016: 608) die geringste Anzahl seit Erhebung der Waldbrandzahlen 1977. Insgesamt verbrannten dabei 395 ha Wald (2016: 283 ha). Damit stieg die verbrannte Fläche um 39 %, während die Zahl an Bränden um 30 % sank. Die aktuelle Waldbrandstatistik der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zeigt auch, dass die häufigste Ursache neben unbekannten Ursachen Brandstiftung war.

Waldbrände in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2017 nach Bestandsarten (alle Waldbesitzarten nach Bundesländern). Quelle: BLE, 2018

Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre sind jährlich fast 700 Waldbrände in Deutschland zu verzeichnen. Damit liegt das Brandjahr 2017 mit insgesamt 424 Waldbränden deutlich darunter, während die Waldbrandfläche mit 395 ha im Vergleich zum 10-Jahres-Durchschnittswert von 333 ha etwas darüber liegt. Die meisten Waldbrände gab es im Mai mit insgesamt 114 Bränden, bei denen eine Fläche von rund 279 ha zum Opfer fiel; davon allein fast 250 ha in der Lieberoser Heide (Brandenburg) an der Grenze der Landkreise Spree-Neiße und Dahme-Spreewald.

Die meisten Waldbrände im Land Brandenburg

Im Bundesländervergleich liegt erneut Brandenburg 2017 mit 141 Bränden auf rund 286 ha an der Spitze. Brandenburg ist wegen seiner sandigen Böden und leicht brennbaren Kiefernwälder besonders anfällig für Waldbrände. Unter anderem durch die in Brandenburg eingesetzte Kameraüberwachung konnte ein weiteres Ansteigen der Brandfläche verhindert werden. An zweiter und dritter Stelle stehen Hessen mit 58 Bränden auf sechs Hektar und Bayern mit 44 Bränden bei 42,5 ha Waldverlust.

Häufigste bekannte Ursache: Brandstiftung

Die häufigste bekannte Brandursache war im Jahr 2017 Brandstiftung. 129 Waldbrände auf 31 ha wurden vorsätzlich herbeigeführt, 93 Waldbrände auf 20 ha entstanden durch Fahrlässigkeit, was im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von 34 % ist. Bei 153 Waldbränden auf 304 ha war die Ursache hingegen unbekannt.

Damit werden mehr als die Hälfte der bekannten Ursachen (222 Brände) durch den Menschen verursacht. Sämtliche waldbaulichen Maßnahmen wie Waldwegeausbau, Löschwasserteiche oder Laubbaum-Unterbau können

Waldbrände nicht verhindern, wenn nicht rechtzeitig auf die Gefahren durch Rauchen oder offenes Feuer hingewiesen wird. Die Kameraüberwachung kann die Waldbrände nur frühzeitig melden, aber nicht verhindern.

Schaden je Hektar: 735 Euro

Mecklenburg-Vorpommern zeigt mit seinen 1,13 Mio. € Ausgaben für Vorbeugung und Kontrollen, dass ein flächenmäßig sehr großes Bundesland die Brandgefahr bannen und 2017 auf eine Gesamtanzahl von 4 Waldbränden auf 0,06 ha zurückblicken kann.

Insgesamt entstand im Jahr 2017 durch Waldbrände ein finanzieller Schaden in Höhe von durchschnittlich 735 € je Hektar verbrannter Waldfläche.

Die vollständige BLE-Waldbrandstatistik ist abrufbar unter www.ble.de/Waldbrandstatistik

Informationen des Deutschen Wetterdienstes zum aktuellen Waldbrandgefahrenindex (Deutschlandkarten)

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Auch interessant

von