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Waldbrandschutzkonzept für die Lübtheener Heide

Anlässlich der Dankesfeier für die Einsatzkräfte zur Bekämpfung des Brandes auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lübtheener Heide in Mecklenburg-Vorpommern informierte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus zu den ökologischen Folgen des Brandes und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen.

Der Brand bei Lübtheen erfasste eine Fläche von rund 950 ha Wald, vor allem mittelalte und alte Kiefernbestände. Die Forstleute gehen davon aus, dass fast alle Bäume in den nächsten Jahren noch absterben werden, sagte Minister Backhaus. Die Abwehrkräfte der Bäume seien so geschwächt, dass künftig zudem mit einen stärkeren Insektenbefall zu rechnen sei. Die Zerstörung des Bodenbewuchses habe außerdem die Wasserspeicherfähigkeit des Waldbodens verringert.

Wiederbewaldung überwiegend durch Sukzession

Die Flächen des ehemaligen Truppenübungsplatzes Lübtheener Heide sind vollständig als Nationales Naturerbe und in weiten Teilen auch als Kernzone des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern ausgewiesen. Eine Wiederbewaldung erfolge deshalb überwiegend durch die natürliche Rückkehr der typischen Pflanzen- und Tierarten (Sukzession). Forstexperten gehen davon, dass sich der überwiegende Teil des betroffenen Gebietes innerhalb eines Jahrzehnts wieder regeneriert hat. Auf den Sandstandorten könne es allerdings auch Bereiche geben, die zunächst für einen längeren Zeitraum nur mit anspruchslosen Gräsern und Zwergsträuchern besiedelt werden.

Waldbrandschutzkonzept liegt vor

Seit März 2019 gibt es ein Waldbrandschutzkonzept für die Lübtheener Heide, welches jetzt unverzüglich umgesetzt werden muss, so der Minister. Im Kern sieht es vor, Flächen in einem Radius von 1.000 m um die Dörfer von Munition zu befreien und mit Laubbäumen neu zu bewalden. Ergänzt werden sollen diese Maßnahmen durch Tiefbrunnen als Löschwasserentnahmestellen und einen Waldbrandriegel an der auf dem Truppenübungsplatz befindlichen Ringstraße. So könnten Waldbrände aus dem Innenbereich des ehemaligen Truppenübungsplatzes bereits an der Ringstraße wirksam gestoppt werden.

Nationale Strategie für munitionsbelastete Wälder erforderlich

Zudem habe das Brandgeschehen in Lübtheen einmal mehr deutlich gemacht, dass eine nationale Strategie der Brandvorsorge und -bekämpfung munitionsbelasteter Wälder erforderlich ist. Auf Initiative Mecklenburg-Vorpommerns wird sich deshalb die kommende Agrarministerkonferenz Ende September mit einen Antrag zum Thema Waldbrandbekämpfung in munitionsbelasteten Wäldern befassen.

Der ehemalige Truppenübungsplatz Lübtheener Heide ist für die Öffentlichkeit weitgehend unzugänglich. Etwa 5.300 ha der etwa 6.200 ha großen Bundesliegenschaft sind wegen der Einordnung in die Kampfmittelkategorie 4 seit 2016 durch die zuständigen Ordnungsämter gesperrt.

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

Red./LU M-V

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