Waldschutz

Waldbrandgefahr: Trockenstress in Wäldern spitzt sich zu

Bearbeitet von Carolin Föste

Europa, Deutschland, Bayern – in den deutschen Wäldern herrscht große Trockenheit und Waldbrandgefahr. Die Wasserversorgung der Wälder ist besorgniserregend schlecht, Bäume leiden unter Trockenstress. In der Waldbrandbekämpfung ist die Früherkennung elementar. Ein Zusammenspiel aus der Aufmerksamkeit von Forstleuten, Waldbesucherinnen und Waldbesuchern sowie Technik.

Die Laub- und Nadelstreu sei durchgetrocknet, die Waldböden seien bis in über einen Meter Tiefe zu trocken, um die Bodenvegetation und auch die Bäume noch ausreichend vor den Konsequenzen anhaltender Hitze zu schützen. Für Bayern meldet die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF), dass die Wasserversorgung der Böden südlich der Donau noch befriedigend sei, während die nördlichen Wälder mit anhaltendem Trockenstress kämpfen. Seit dem Frühsommer habe es keine Entspannung gegeben, denn die Niederschläge in der ersten Jahreshälfte hätten keine Erholung gebracht. Die Lage ist derzeit in ganz Deutschland äußerst kritisch.

Waldbrandsituation dauerhaft angespannt

Bereits im Frühjahr 2022 warnten Forstleute und Klimaforschende vor den Gefahren. So auch die bayerische Forstministerin Michaela Kaniber im März: „Im Wald gilt jetzt äußerste Vorsicht! Denn die Böden sind vielerorts mit trockenen, leicht entzündlichen Blättern, Zweigen und Nadeln bedeckt. Schon ein Funke oder eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe kann ausreichen, um einen folgenschweren Brand auszulösen.“ Seitdem hat sich die Lage nicht verbessert.

Waldbrand-Vorsorge

Um Waldbrände rechtzeitig zu erkennen, wird der Wald von Forstleuten und Klimaforschenden überwacht. In Bayerns Waldklimastationen werden u. a. metereologische Daten, der Boden- und der Baumkronenzustand erhoben. Mit Waldbrand-Früherkennungssystemen, die mit Kameras ausgestattet sind, überwachen auch andere Bundesländer die Wälder. Per Flugzeug werden die Bestände mancherorts nach Rauchfahnen abgesucht. Der Deutsche Wetterdienst beobachtet die klimatischen Veränderungen und warnt vor Waldbränden.

Verschiedene Unternehmen entwickeln außerdem bereits seit einigen Jahren intelligente Messtechniken, die ein Monitoring des Wasserhaushalts in Bäumen und Waldböden ermöglichen. Künftig sollen bereits Satellitendaten helfen, Trockenstress in Wäldern zu erkennen.

Zu wenig Regen bringt Trockenstress über Wochen

Obwohl das Frühjahr in einigen Bundesländern Regen und damit Hoffnung auf eine verbesserte Wasserversorgung der Wälder brachte, regnete es seit dem Juni kaum noch. In nördlichen Teilen Bayerns habe es über Wochen keinen Regen gegeben, berichtet die LWF. Gleichzeitig sei es um 5 °C wärmer gewesen als im langjährigen Mittel. Bei erhöhter Trockenheit steige dann gleichzeitig der Wasserbedarf der Vegetation.

Bäume leiden dann besonders unter Trockenstress. „Vielerorts zeigt sich in Franken wieder eine ähnlich starke Austrocknung wie in den Extremjahren 2018 und 2019“, verdeutlicht der Leiter der LWF, Dr. Peter Pröbstle. Neben Waldbränden befürchten Forstleute damit weitere Folgeschäden.

Grafik über Wasserhaushalt der Waldböden
Verfügbares Bodenwasser an der Waldklimastation Würzburg, Bayern
Foto: LWF

Forstleute in Alarmbereitschaft

Die Landesforstbetriebe Deutschlands sowie Waldbesitzende sind daher dauerhaft wachsam. „Wir blicken mit großer Sorge auf die nächsten Tage, denn die ohnehin schon trockenen Wälder werden durch die ausbleibenden Niederschläge weiter belastet. Derzeit ist kein Regen in Sicht, wodurch sich die Gefahr von Waldbränden weiter verschärft“, sagte auch Philip von Oldershausen, Präsident des Waldbesitzerverbands Niedersachsen, vor einigen Tagen.

Besonders wichtig sei es nach wie vor, dass sich Waldbesucherinnen und -besucher nicht selbst in Gefahr bringen, Rauch oder Flammen umgehend per Notruf den Feuerwehren melden und alle Waldzugänge permanent freihalten. Gewarnt wird sogar vor zukünftigen Großbränden in deutschen Wäldern. Sachsen und Brandenburg erleiden – neben vielen weiteren, jedoch kleineren, Waldbränden in anderen Bundesländern – aktuell bereits große Waldbrandschäden.

Mit Material der LWF, StMELF, Waldbesitzerverband Niedersachsen, FNR