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Waldbrandgefahr steigt

Waldbrandgefahr steigt

Die Waldbrandgefahr hat sich weiter verschärft. Wegen der anhaltenden Trockenheit haben zahlreiche Ministerien entsprechende Alarmstufen ausgerufen. Nicht nur in den lichten Kiefernwäldern im Norden ist die Waldbrandgefahr besonders hoch.

Brandenburg
Auf Grund der aktuellen Wetterlage sind für das Wochenende in elf Landkreisen des Landes Brandenburg die Waldbrandwarnstufe 4, in zweien die Waldbrandwarnstufe 3 und nur in der Prignitz die Waldbrandwarnstufe 2 von der Forstbehörde herausgegeben worden.

Durch die ergiebigen Regenfälle des Frühjahrs war die Waldbrandgefahr bis Anfang Juni kaum ein Thema. Im langjährigen statistischen Vergleich sind die in diesem Jahr bisher erfassten 50 Waldbrände auf einer Fläche von neun Hektar für Brandenburg weit unter Durchschnitt.

Die in Brandenburg überwiegend vorkommenden Sandböden können die Feuchtigkeit allerdings nicht über einen längeren Zeitraum speichern, so dass die Reserven jetzt aufgebraucht sind und die Waldbrandgefahr mit der warmen Witterung extrem angestiegen ist. Zur Senkung der Waldbrandgefahr sind jetzt ergiebige Niederschläge erforderlich.

Internet bietet Informationen über Waldbrandwarnstufen

Im Internet kann man sich über die aktuellen Waldbrandwarnstufen in-formieren unter:

http://www.luis.brandenburg.de/f/wb_warn/F7100001/

Die Forstbehörden gewährleisten die Überwachung der Wälder bei aus-gelösten Waldbrandwarnstufen durch das Waldbrandfrüherkennungssystem „FireWatch“.
107 Kamera-Systeme mit optischen Sensoren liefern Bilder, die in den 11 Waldbrandzentralen des Landes ausgewertet werden. Erkannte Brände werden sofort den jeweiligen Leitstellen der Feuerwehr gemeldet. Durch das System „FireWatch“ ist in Brandenburg eine flächendeckende Überwachung aller Waldbestände gewährleistet – unabhängig davon, wem der Wald gehört.
Rheinland-Pfalz 
Die andauernd trockene Witterung lässt die Waldbrandgefahr in den rheinland-pfälzischen Wäldern steigen. Das Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz teilt mit, dass am Wochenende in Teilen von Rheinland-Pfalz der Waldbrand-Gefahrenindex die Stufe 4 erreichen wird. Forstministerin Margit Conrad: „Das bedeutet eine hohe Waldbrandgefährdung. Alle  Waldbesucher und –besucherinnen sind deshalb zu besonderer Vorsicht aufgerufen. In dieser Situation ist das Verantwortungsbewusstsein aller Bürgerinnen und Bürger gefragt, gerade weil das Wetter zum Wandern im Wald einlädt. Jedes offene Feuer ist gefährlich.“
Die höchsten Gefahrenstufen werden für den Haardtrand sowie die Wälder um Kaiserslautern erwartet. Auskunft über die aktuelle Lage bietet die Waldbrandkarte des Deutschen Wetterdienstes. Die trocken-sonnige Witterung der letzten Tage stellt deshalb eine riskante Ausgangslage für Entstehung und Ausbreitung von Waldbränden dar, weil die trockene Vorjahresvegetation an den Waldrändern nur langsam von frischem Grün abgelöst wird und der Oberboden zunehmend austrocknet. Außerdem wirkt der Orkan „Xynthia“ nach: durch die Sturmwurfschäden sind auf den Schadensflächen noch große Mengen von leicht brennbarem Restholz vorhanden.
Informationen zum Waldbrandindex des Deutschen Wetterdienstes im Internet unter www.wettergefahren.de/warnungen/indizes/waldbrand.html
 
 
Hessen
Die Waldbrandgefahr in Hessen hat sich weiter verschärft. Wegen der anhaltenden Trockenheit hat das Umweltministerium am Freitag die zweithöchste Alarmstufe ausgerufen. „Damit stellen wir sicher, dass die Wälder verstärkt überwacht werden und die örtlichen Feuerwehren über die angespannte Lage informiert werden“, sagte Ministeriumssprecher Christoph Zörb am Freitag in Wiesbaden. Die Forstverwaltung muss seinen Worten zufolge jetzt im ganzen Land die technische Einsatzbereitschaft sicherstellen. Besonders hoch ist die Waldbrandgefahr aktuell in Mittel- und Südhessen.

Das Ministerium rief die Waldbesucher dazu auf, die Waldwege und Zufahrten freizuhalten. Sie dürften nicht mit Fahrzeugen blockiert werden. Rauchen und wilde Grillfeuer sind verboten. Auf Grillplätzen muss die Glut beim Verlassen gelöscht werden. Wer ein Feuer im Wald entdeckt, sollte sofort die Feuerwehr (Notruf: 112) informieren. „Wenn sich alle an diese einfachen Grundregeln halten, können wir große Waldbrände wahrscheinlich vermeiden“, sagte der Sprecher.

Eine Sperrung von Grillplätzen ist nach seinen Worten derzeit noch nicht nötig. Sie kann notwendig werden, wenn die höchste Alarmstufe ausgerufen werden muss. Dann beginnt – neben örtlichen Sperrungen von Waldwegen – auch die Luftüberwachung der Wälder.
NRW 
Der Deutsche Wetterdienst macht diese Gefährdung in seinem amtlichen Waldbrandgefahrenindex deutlich (DWD). Dabei steigt die Waldbrandgefahrenlage an den meisten Messstellen von Gefährdungsstufe 2 (geringe Gefahr) auf Gefährdungsstufe 3 (mittlere Gefahr) bis Sonntag, 27.06.2010. Zu Beginn der nächsten Woche nimmt die Gefährdungsstufe in einigen Gebieten auf Stufe 4 (hohe Gefahr) zu. Sollte die Hochdruckwetterlage andauern, wird sich diese Situation in der nächsten Woche nicht entschärfen.
Schon jetzt kam es in einigen Gebieten zu Bränden im Wald. Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW weist vor diesem Hintergrund darauf hin, dass offenes Feuer im Wald und in einer Entfernung von weniger als 100m zum Wald ganzjährig verboten ist.
Vom 1. März bis zum 31. Oktober gilt zudem ein Rauchverbot im Wald.
Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW bittet alle Bürgerinnen und Bürger diese Regeln zu beachten und somit Waldbrände zu verhindern.
(Arnsberg, 25.06.2010)
Niedersachsen

Das trockene und heiße Wetter lässt die Waldbrandgefahr in Teilen Niedersachsens kritisch ansteigen. Nach den Waldbrandgefahrenstufen des Deutschen Wetterdienstes (1 gering bis 5 sehr hoch) liegen die Werte für Nord-Ost-Niedersachsen mittlerweile bei der Gefahrenstufe 4 örtlich bereits bei 5 (Celle, Faßberg, Bergen). In einigen Regionen, wie beispielsweise rund um Braunschweig, sorgten kurzzeitige Regenschauer für eine kleine Abschwächung der Trockenheit, hier liegen die aktuellen Werte bei Stufe 2 bis 3.

Die Försterinnen und Förster insbesondere im Flachland Niedersachsens sind bereits alarmiert, denn gerade in den lichten Kiefernwäldern im Norden ist die Waldbrandgefahr besonders hoch. Hier wurden mit dem Erreichen der hohen Gefahrenstufen beispielsweise im Landkreis Gifhorn die Feuerwachtürme besetzt. Gleichzeitig werden die Wälder mittels spezieller Waldbrandkameras bewacht. Ab Freitag morgen beginnen die täglichen Befliegungen zur Überwachung der gefährdeten Wälder durch die Feuerwehr jeweils mit einem forstlichen Beobachter an Bord.

„Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Waldbrandbekämpfung ist das rechtzeitige Entdecken von Waldbränden. Hier arbeiten die Niedersächsischen Forstämter mit den zuständigen Feuerwehren und Polizeidienststellen Hand in Hand“, betont Dirk Strauch, regionaler Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten.

Die Niedersächsischen Landesforsten bitten die Bevölkerung gerade in diesen Tagen auch um ihre Mithilfe bei der Waldbrandverhütung. Hier sind insbesondere folgende Punkte zu beachten:
  • Kein offenes Feuer im Wald oder Waldnähe
  • Grillen nur auf freigegebenen Grillplätzen, dazu bitte das örtliche Forstamt fragen
  • Im Wald gilt bis 31. Oktober ein allgemeines Rauchverbot
  • Autos mit Katalysatoren nicht über trockenem Gras abstellen
  • Jeden Waldbrand unter der Notrufnummer 112 sofort melden!
 

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