ABO

Waldbrandbilanz 2018 für Brandenburg

Der Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg, Jörg Vogelsänger, hat in der Landeswaldoberförsterei Peitz die Bilanz zum Waldbrandgeschehen in Brandenburg 2018 gezogen.

Bislang gab es 471 Waldbrände. Nur Anfang der 1990er Jahre sowie in den Jahren 2003 und 2005 mussten Brandenburgs Wälder, bezogen auf die Anzahl der registrierten Fälle, mehr Brände aushalten. Aber: Die Schadensfläche 2018 mit einer Größe von 1.630 ha ist seit 1990 absolute negative Spitze. Besonders betroffen von der Trockenheit und den Bränden waren der Süden Brandenburgs und Potsdam-Mittelmark.

Der forstliche Schaden wird mit zirka 11 Mio. € bewertet, weil 700 ha in Totalreservaten auf ehemaligen Truppenübungsplätzen betroffen sind, wo kein Wirtschaftswald ist und keine Wiederaufforstungen erfolgen.

Von April bis September ergab sich für Brandenburg ein Niederschlagsdefizit gegenüber dem langjährigen Mittel von zirka 150 Millimetern. Die Durchschnittstemperatur liegt 2018 mit 3,8 °C über dem langjährigen Mittel. Dies stellt einen absoluten Rekord seit Beginn der Wetteraufzeichnungen dar.

Das Waldbrandgeschehen 2018 führt dazu, dass auch der Landesbetrieb Forst Brandenburg seinen Waldbrandschutzplan auf den Prüfstand stellt, um zukünftig noch besser gerüstet zu sein. Hierbei fließen die Erkenntnisse aller an der Waldbrandbekämpfung beteiligten Akteure ein.

Zehn-Punkte-Plan der Landesforstverwaltung

  1. Update des Systems Fire Watch
  2. Einsatz von 36 zusätzlichen Stellen in den Oberförstereien in der Waldbrandprävention
  3. Überprüfung des Waldbrandschutzplans: Suche nach „weißen Flecken“ bezüglich Löschwasserentnahmestellen und Brand- und Katastrophenschutzwegen
  4. Mediale Kampagne und Beratung der Waldbesitzer zur Förderung von Maßnahmen zur Waldbrandvorbeugung und Waldumbau
  5. Verbesserung der Netzabdeckung der Diensthandys durch Beschaffung von Mehrnetzkarten
  6. Verstärkte Bestreifung durch die Forstbehörde bei den Waldbrandgefahrenstufen 4 und 5
  7. Mehr Beschilderung in den brandgefährdeten Waldgebieten
  8. Erarbeitung von Waldbrandschutzkonzepten für die Lieberoser Heide und Jüterbog (Altes Lager) und deren prioritäre Umsetzung
  9. Abstimmung mit den Landkreisen, da einzelne Naturschutzbehörden den Bau von Wegen für den Brand- und Katastrophenschutz erschweren
  10. Erarbeitung einer gemeinsamen Empfehlung des Agrar- und Umweltministeriums und des Innenministeriums für die Landkreise bezüglich der Waldbrandgefährdung durch landwirtschaftliche Bewirtschaftung

Fördermöglichkeiten nach Waldbränden

Für Brandenburger Waldeigentümer stehen drei Förderquellen zur Verfügung:

  • Richtlinie zur Gewährung von Zuwendungen für die Förderung forstwirtschaftlichen Vorhaben (Forst-Richtlinie, 5,3 Mio. € pro Jahr aus Landes- und EU-Mitteln)
  • Zuwendung aus Mitteln der Walderhaltungsabgabe gemäß Paragraf 8 Absatz 4 des Landeswaldgesetzes
  • Zuschuss bei Waldbrandschäden gemäß Paragraf 21 des Landeswaldgesetzes

Präventive Waldbaumaßnahmen notwendig

Während im Offenland eine völlige ungebremste Austrocknung des Oberbodens und damit ein Vertrocknen der Bodenvegetation beobachtet wurde, trat dieser Prozess im Wald verzögert ein. Waldökosysteme haben ein höheres Pufferungsvermögen als das Offenland. Ab Mitte August wurden jedoch mehr und mehr Trockenschäden in den Wäldern sichtbar. Vertrocknete Anpflanzungen und Verjüngungen, Einrollen der Laubblätter und ein Abwerfen der Kiefernnadeln sind zu beobachten. Dies sind Stressreaktionen der Bäume.

Der diesjährige Witterungsablauf macht noch stärkere Bemühungen um präventive Waldbaumaßnahmen erforderlich. Das betrifft besonders die weitere Anreicherung der Kiefernreinbestände mit Laubholz. Hier ist besonders die Naturverjüngung wichtig, da diese bei Trockenheit deutlich widerstandsfähiger ist als gepflanzte Bäume. Hierzu müssen die regional noch überhöhten Wildbestände reduziert werden. Weiterhin ist die Anlage von Waldinnenrändern, auch als Waldbrandriegel, und die Verbesserung der Waldbrandüberwachung und vermehrte Anstrengungen im vorbeugenden Waldbrandschutz erforderlich.

Red./Quelle: MLUL Brandenburg

Auch interessant

von