Waldschutz

Waldbrand in Stemel – wie geht es weiter?

Bearbeitet von Jörg Fischer

Welche Folgen hat ein Waldbrand auf der eigenen Waldfläche und wie kann es nach dem Feuer weitergehen? Die Forstigo GmbH berichtet über ihre Erfahrungen auf von ihr betreuten Waldflächen in Stemel bei Sundern im Hochsauerland.

Zuletzt aktualisiert am 15. August 2022

Es war im Juli, als auf einer Waldfläche in Stemel bei Sundern ein Feuer ausbrach und mehrere Tage lang brannte. Insgesamt vielen dem Brandereignis 11,5 ha Wald zum Opfer. Die Forstigo GmbH, die in dem besagten Gebiet mehrere betroffene Waldbesitzende betreut, steht vor einer großen Herausforderung. Der Wald, der an dieser Stelle erst nach Sturmtief „Kyrill“ 2007 neu bepflanzt worden ist und gerade aus „dem Gröbsten“ rausgewachsen war, ist nahezu vollständig zerstört.

In dieser schweren Zeit ermuntern die Betreuungsförster der Forstigo GmbH die Waldbesitzenden dazu, nicht aufzugeben, sondern weiterzumachen. Gerade jetzt komme es darauf an, die Flächen schnell und möglichst klimaangepasst wiederzubewalden. Helge Schütz, Betriebsleiter der Forstigo GmbH: „Wir ermutigen alle jetzt nach dem Brand weiter zu machen und am besten noch diesen Herbst zu pflanzen.“

Waldbrand-Nachsorge: Was kann es jetzt weitergehen?

Ein erster Schritt sollte für Waldbesitzende nach einem Brandereignis die Kontaktaufnahme mit der zuständigen Waldbrandversicherung sein. Hierbei kann die beratende Försterin/der beratende Förster Waldbesitzenden helfen. Durch den Vorstand, die Geschäftsleitung der FBG Röhrtal sowie der Forstigo GmbH stünden in diesem Fall gleich mehrere Ansprechpartner zur Verfügung. In der Woche nach dem Brand gab es Ortstermine mit einigen Waldbesitzenden.

Im Fokus der Bemühungen durch das beratende Personal der Forstigo GmbH steht nun eine rasche Wiederbewaldung der Flächen. Dazu sollten als Erstes die abgestorbenen, aber nicht verbrannten Bäume geerntete werden. Helge Schütz als Betriebsleiter und Andreas Gohrbandt als Betretungsförster vor Ort entwickeln aktuell zusammen mit den Waldbesitzenden Konzepte für ihren zukünftigen Wald. „Auf Grundlage dieser Konzepte können wir dann den Waldbesitzern optimale und klimaangepasste Baumartenmischungen für die Wiederbewaldung vorschlagen“, erklärt Schütz. Das Feuer hat viele Nährstoffe freigesetzt, wodurch die Vegetation schnell wieder die Flächen begrünen wird.

Auf die Nachfrage seitens der Redaktion, wie die Wiederbewaldungskonzepte für die Brandflächen im Einzelnen aussehen würden, erwiderte Schütz: „Die betroffenen Bestände gehören mehreren Eigentümern mit unterschiedlichen waldbaulichen Wünschen. Jedoch kann allgemein gesagt werden, dass sich alle bisher für Mischwaldaufforstungen aussprechen, die klimaresistente und standortangepasste Baumarten enthalten sollen. Aber jeder Waldbesitzer muss am Ende selber entscheiden, was auf seinen Flächen gepflanzt werden soll, wir können immer nur beraten.“

Aus forstfachlicher Sicht wäre es laut Aussage der Forstigo GmbH wünschenswert, wenn alle betroffenen Waldbesitzenden sich auf ein gemeinsames Konzept einigen könnten, wodurch waldbaulich das beste Ergebnis geschaffen werden kann. „Nach so einem Waldbrand ist die Zusammenarbeit aller Beteiligten besonders wichtig“, so Schütz abschließend.

Es liegt viel Arbeit vor den Waldbesitzenden und erst in den nächsten Jahren werden die jetzigen Mühen Früchte tragen. Doch in Zukunft wird das Waldbrandrisiko in Deutschland wohl weiter steigen. Es muss sich also nicht nur der Wald anpassen, auch wir Menschen sind angehalten, uns auf die neue Situation bestmöglich einzustellen.

Mit Material der Forstigo GmbH