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Waldbrand in den USA – Mammutbäume gefährdet

Bearbeitet von Carolin Föste

Im Yosemite National Park in den USA brennen zurzeit hunderte ha Wald. Bedroht sind vor allem Mammutbäume, unter ihnen der „Grizzly Giant“, die zu den ältesten Lebewesen der Erde zählen. Durch die klimatischen Veränderungen der letzten Jahre ist ihre Widerstandskraft gegenüber Feuer ins Wanken geraten.

Im Mariposa Grove, einem Waldstück in der Nähe von Wawona in Kalifornien, brennen nach Angaben der Nationalparkverwaltung seit letzter Woche nun schon über 2.000 ha Wald und angrenzende Landschaft. Wegen des sogenannten „Washburn“-Feuers schloss die Verwaltung Teile des Parks. Über 1.600 Menschen, darunter Camper und Anwohner, wurden aufgefordert, das Gebiet zu verlassen. Außerdem wird vor dem sich ausbreitenden Rauch gewarnt. Neben der Bevölkerung soll auch der Bestand über 2.000 Jahre alter Riesenmammutbäume (Sequoiadendron giganteum) geschützt werden.

Bisher keine Kontrolle über Waldbrände

Aktuell breitet sich das Feuer weiter aus. Um gefährdete angrenzende Wälder zu schützen, wurden Wassersprinkler installiert, um die Luft und den Boden feucht zu halten. Leicht entzündliches Material, wie trockenes Unterholz, werde entfernt. Unebenes Gelände erschwere die Löscharbeiten, daher seien auch Löschflugzeuge im Einsatz.

„Ich sage ein paar sehr harte vier, fünf, sechs Monate voraus“, sagte Brian Fennessy, der Feuerwehrchef des kalifornischen Bezirks Orange County. Die Einsatzkräfte vor Ort befürchten in diesem Jahr noch weitere Waldbrände.

Warnschild Waldbrand USA
Im Yosemite National Park sind Waldbrände keine Seltenheit. Durch den Klimawandel könnten sie für Mammutbäume jedoch immer mehr zur Bedrohung werden.
Foto: familie-eisenlohr.de/ stock.adobe.com

Wahrzeichen des Yosemite-Parks bedroht

Der Yosemite National Park zählt den „Grizzly Giant“ zu seinen bekanntesten Vertretern der Sequoias, die auf der Liste der gefährdeten Arten stehen und ein Wahrzeichen des Parks sind. Der auffällige Baum mit einem BHD von fast 8 m und 64 m Höhe wird in besonderem Maße vor den Flammen geschützt.

Im Mariposa Grove wachsen über 500 Riesenmammutbäume, die die Einsatzkräfte vor den Flammen schützen wollen. Bisher seien die Bäume aber kaum beschädigt, bestätigte Robbie Johnson, Pressesprecher bei der Feuerwehr, gegenüber CNN. Um sie zu schützen seien über 360 Feuerwehrleute tätig.

Brauchen Mammutbäume Feuer?

Die riesigen Bäume seien an Feuer und die Lebensbedingungen in Kalifornien angepasst – ihre Samen werden erst durch die trockenen, heißen Bedingungen, die ein Waldbrand herbeiführt, freigesetzt. Dennoch ist die Situation heute eine andere: Durch den Klimawandel wird es immer trockener und auch die Feuereigenschaften verändern sich. Die aktuell wütenden Flammen könnten in den Mammutbaum-Wäldern daher große, irreparable Schäden anrichten.

In den letzten Jahren seien bereits 20 % des Baumbestandes verloren gegangen, so die Rangerin des Parks, Cicely Muldoon. Die Waldbrände machen den Menschen in den USA daher Sorgen. Warum das noch brennende Feuer vergangene Woche ausgebrochen ist, ist noch unbekannt. Untersuchungen dazu wurden eingeleitet.

Mit Material von ARD, CNN, SPIEGEL, Yosemite National Park