Trauriger Rekord: Die Waldbrandfläche hat in diesem Jahr deutschlandweit deutlich zugenommen – so auch in Thüringen.
Trauriger Rekord: Die Waldbrandfläche hat in diesem Jahr deutschlandweit deutlich zugenommen – so auch in Thüringen.
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Waldbrände: Trauriger Rekord in Thüringen

14. November 2022
In ganz Deutschland weisen die Statistiken für das Jahr 2022 schon jetzt einen teilweise erheblichen Anstieg der Waldbrandflächen aus. Nun bestätigt auch Thüringen diese Entwicklung und meldet mit 22 ha in diesem Jahr das größte Schadausmaß im Freistaat seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 1993.

Das Jahr 2022 ist noch nicht um, da zeigen erste Auswertungen schon einen traurigen Rekord: Die vorläufige Waldbrandbilanz für Thüringen weist für den Freistaat bislang 69 Waldbrände auf einer Fläche von insgesamt 22,04 ha aus. Zum Vergleich: 2021 wurden nur 10 Brände auf 1,73 ha gemeldet. Damit hat das Schadausmaß die bislang größten Dimensionen seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1993 erreicht. Ähnlich hohe Zahlen wurden vorher nur 2019 mit 21 ha und 2004 mit 18 ha gemeldet.

Auch hinsichtlich der Anzahl an Waldbränden handelt es sich um den höchsten Wert seit langem. Lediglich das Trockenjahr 2003 mit 90 Bränden überstieg den Wert aus 2022. Das geht aus einer Meldung von ThüringenForst hervor.

Waldbrände 2022 in Thüringen – ein Überblick

Laut ThüringenForst waren 60 % aller Waldbrände Klein- und Kleinstbrände mit unter 0,1 ha Fläche. Der größte Waldbrand des Jahres ereignete sich demnach im Forstamt Saalfeld-Rudolstadt Anfang August auf 7 ha. Ursächlich sei hier ein Feldbrand gewesen, der auf den angrenzenden Wald übergegriffen habe. 93 % aller Waldbrände ereigneten sich in den Sommermonaten Juni bis August. 90 % der Waldbrände geschahen nach ThüringenForst-Angaben bei mittlerer und hoher Waldbrandgefahr (Stufe 3 und 4).

Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand: „Dies zeigt eindrucksvoll, dass das Prognosesystem der Waldbrandgefahrenstufen auf Grundlage meteorologischer wie forstlich-phänologischer Daten sehr gut funktioniert.“ Gleichwohl zeige die Bilanz, „das Maßnahmen der Waldbrandprävention wie auch der Waldbrandbekämpfung weiter im Fokus von Waldbesitzenden und Feuerwehren stehen müssen“, so Gebhardt abschließend. In Deutschland haben nur 2,3 % aller Waldbrände natürliche Ursachen wie Blitzschlag. Der weitaus größte Teil der Waldbrände geht auf menschliche Ursachen zurück.

Mit Material von ThüringenForst