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Waldbrände 2014 in Brandenburg: Niedrigster Wert seit 1990

Waldbrände 2014 in Brandenburg: Niedrigster Wert seit 1990

Brandenburg zählt vor allem wegen klimatischer Faktoren, der Wald- und Baumartenverteilung und der leichten Böden zu den „brandgefährlichen“ Regionen Europas. Die Waldbrandgefahr ist damit genauso hoch wie in Südeuropa.
Die Waldbrandüberwachung und die Vorbeugung sind eine wesentliche Aufgabe des Landesbetriebs Forst Brandenburg, dessen Experten nun die Waldbrandstatistik für 2014 vorgelegt haben: Es brannte nur auf 27,4 ha Wald, das ist der niedrigste Wert seit 1990.
Insgesamt kam es im Jahr 2014 zu 115 Waldbränden. Der Durchschnittswert hinsichtlich der Anzahl der Brandereignisse der vergangenen zehn Jahre liegt bei 230 Bränden. Neben dem Witterungsverlauf hat auch das flächendeckende Waldbrandfrüherkennungssystem „Fire Watch“ wieder wesentlich dazu beigetragen, dass im Jahr 2014 keine Großbrände aufgetreten sind. Seit im Jahr 2000 die ersten Kameras in die Erprobungsphase gegangen sind, hat sich das System bestens bewährt.
Dazu Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger: „Der Mut zu technischen Innovationen wie das kameragestützte Waldbrandfrüherkennungssystem, das in Brandenburg zuerst getestet wurde, die Investitionen in die nötige Infrastruktur, um im Schadensfall schnell vor Ort sein zu können, zahlen sich aus – es sind nicht nur Investitionen für den Erhalt unserer Wälder, sondern auch Investitionen für die Sicherheit der Menschen.“
Gut angelegte Investition in den vorbeugenden Waldbrandschutz
Gegenwärtig drehen sich in der Zeit von 1. März bis 30. September 108 Kameras über märkischen Wäldern. In insgesamt 6 Waldbrandzentralen werden die Bilder ausgewertet und sofort Alarm bei der zuständige Regionalleitstelle der Feuerwehr ausgelöst, wenn ein Brand erkannt wird. Zeitgleich wird auf einem zweiten Monitor der genaue Brandort auf einer topografischen Karte angezeigt. Rund 50 % der Waldbrände werden durch die Kameras in kürzester Zeit erkannt. „Jede Minute, die ein Waldbrand früher gemeldet wird, trägt dazu bei, dass dieser bereits in der Entstehungsphase gelöscht werden kann und sich der Schaden für den Waldbesitzer und die Natur in Grenzen hält“, so Vogelsänger.
Neben der Waldbrandfrüherkennung investiert Brandenburg auch weiterhin in vorbeugende Waldbrandmaßnahmen. Dazu gehören der Umbau der Kiefernwälder in Mischbestände, die Anlage von Löschwasserentnahmestellen und Waldbrandriegeln und die Instandsetzung von Wegen für die Brandbekämpfung.
Hitzeperioden werden zunehmen
Die Vorbereitungen für die Waldbrandsaison 2015 laufen bereits. Bei trockener Witterung muss schon im März wieder mit den ersten Waldbränden gerechnet werden. Die für den Wald günstige Sommerwitterung in diesem Jahr darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass durch die klimatische Entwicklung die Waldbrandgefahr in den nächsten Jahren eher zunehmen wird. Die Klimaforscher prognostizieren auch für Brandenburg einen Klimawandel. Wetterextreme wie Hitzeperioden und Starkregen werden weiter zunehmen.
MIL Brandenburg

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