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Der Waldbote – ab 2011 noch philosophischer ... politischer ...

Der Waldbote – ab 2011 noch philosophischer … politischer …

Es ist ein bewährtes Mittel der Waldpädagogik, interessierten Menschen jahreszeiten-bezogene Tipps zum erlebnishaften Walderleben mit allen Sinnen und damit einen Einblick in die  überwältigende Fülle des „Bildungsguts Wald“ zu geben. Solche Hinweise werden erfahrungsgemäß besonders dann gut angenommen, wenn sie nicht nur biologisches, sondern auch kulturgeschichtliches, philosophisches, politisches, psychologisches …  Wissen enthalten.

Warum Wald-Dolmetschen“?
Viele Forstleute und andere „Wald-Profis“ wirken „authentisch“ – sie haben in diesem Falle nicht nur soliden Waldboden unter ihren Füßen und Lebensweisheit im Kopf, sondern verfügen auch über Eigenschaften, die unsere Altvorderen einst „Herzensgüte“ und „Seelenfrieden“ nannten. Sie vermögen es in diesem Falle bei ihrer waldpädagogischen Arbeit, auf den Erfahrungen der Vorfahren zu gründen und am Beispiel Wald & Forstwirtschaft konkrete praktische Vorschläge für jedermann machen, die ein sinnerfülltes Lebens in der Gegenwart erleichtern und in die Zukunft weisen. Damit können „Waldmenschen“ anderen Mut und Kraft geben, und ganz besonders jungen Leuten helfen, „Wurzeln und Flügel“ (Goethe) auszubilden. Sollte es auf diese Weise heute vielleicht gar möglich sein, einige unserer Zeitgenossen zu befähigen, wieder mehr Verantwortung für sich selbst, ihre Mitmenschen, die nach uns Kommenden  sowie „Mutter Erde“ zu übernehmen?

Waldbote“ – was soll’s?
Als Bote wird gemeinhin ein Nachrichten-Überbringer verstanden – er richtet einem Empfänger die Mitteilung eines Senders aus. In den  nunmehr vier Jahrzehnten meines forstlichen Berufslebens versuche ich, mit „Wald im Herzen, Feuer im Hintern und viel Sendungsbewusstsein“ ein solcher Bote des Waldes für die Menschen zu sein.
Auf die Frage, was denn nun die Botschaft des Waldes ist, die ich überbringen möchte, lautet meine stete Antwort: Nachhaltigkeit – langfristiges, ganzheitliches und am Gemeinwohl orientiertes „Denken in Generationen“.

Schriftenreihe zum „Walderleben“ für jedermann“
Seit meiner Tharandter Studienzeit in den frühen 1970-ern begnüge ich mich in dieser „Mittlerrolle zwischen Wald und Mensch“ nicht mehr mit Worten & Waldgängen, sondern bringe meine Wald-Begeisterung auch in Form von „Handreichungen“ zu Papier. Zweimal gelang es schon, in der Folge aufgeschriebene „Waldtipps für jedermann“ auch als Schriftenreihe zu fassen:
• 1982 bis 1986  erschienen in Kooperation mit der Naturschutzstation Frauensee und der Gesellschaft für Natur und Umwelt 22 Leporellos der Folge „Umweltschutzinformation“.
• Ab 1991 wurde in Zusammenarbeit mit dem Märkischen Haus des Waldes und dem Regionalverband Dubrow e.V. der  Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Landesverband Brandenburg,  monatlich die Faltblattreihe „Waldbote“ herausgegeben. Bis 2001 erschienen 121 Folgen dieser Tipps zum „Walderleben“ für jedermann“.

Waldboten-Bücher
• Wiederum zweimal gelang es seitdem, bis dahin erschienene, mit einem „Waldkalender“ eingeleitete Folgen der  Faltblattreihe „Waldbote“ in Buchform zu bündeln: 1998 und 1999 als Broschüren im Auftrag des Landes Brandenburg und 2004 als Buch „Waldbote“ (das war dann auch in den Buchhandlungen oder im Internet erhältlich). Letztere Lektüre ist allerdings seit Ende 2008 vergriffen. Umso mehr freut es mich, dass die Buchausgabe „Waldbote“ nun eine 2. Auflage erlebt (Hendrik Bäßler-Verlag, Berlin), die zur diesjährigen Leipziger Buchmesse vorgestellt wird.

Waldboten-Reihe – wie geht es weiter?
Nach zehnjähriger Pause kann die Waldbotenreihe im „Waldjahr“ 2011 endlich fortgesetzt werden. Es ist vorgesehen, sie künftig noch etwas philosophischer, psychologischer, kulturgeschichtlicher, politischer … werden; der Mensch-Gehalt wird zunehmen, ohne dass deshalb der Wald-Gehalt an Tiefe verlieren soll.

Ich wünsche mir weiterhin treue Leser und viel spannende Diskussionen!

Klaus Radestock (Klaus.Radestock@gmx.de)

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