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Pilze in den tieferen Schichten unserer Waldböden können Kohlenstoff nachhaltig binden.

Was leisten unsere Waldböden als Kohlenstoffspeicher?

Pilze in tiefen Waldbodenschichten sind winzig klein – doch sie besitzen eine große Fähigkeit: Sie können Kohlenstoffe nachhaltig speichern. Dies hat ein Forscherteam der Universität Hohenheim in Stuttgart herausgefunden.

Mit einem aufwändigen Verfahren sind die Wissenschaftler in bislang unerforschte Tiefen vorgedrungen. Das Ergebnis kann für konkrete Maßnahmen gegen die globale Erderwärmung bedeutend sein. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt der Universität Hohenheim mit insgesamt 411.500 €. Damit zählt es zu den Schwergewichten der Forschung. Bodenbiologen haben sich in der Vergangenheit bei der Erforschung von Böden lediglich einem Bereich bis zu 30 cm Bodentiefe gewidmet, weil dort rund die Hälfte der Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien zu finden sind. „Die anderen 50 % liegen darunter in einer Tiefe bis mindestens 1,8 m“, erklärte Prof. Dr. Ellen Kandeler vom Institut für Bodenkunde und Standortslehre.

Kohlenstoff auch in tieferen Bodenschichten nachgewiesen

Für ihre Versuche schufen Projektpartner mehrere Observatorien im Grinderwald bei Hannover. 13C markierte Buchenblätter wurde auf diese Observatorien aufgebracht, um das Kohlenstoffsignal bis in den Unterboden verfolgen zu können. Das Team um Bodenbiologin Prof. Dr. Kandeler stellte fest: „Der markierte Kohlenstoff wird auch in tiefe Bodenschichten verlagert und dort bevorzugt von Pilzen in ihre Biomasse eingebaut.“

Pilze als Kohlenstoffspeicher?

Pilze besitzen eine höhere Kohlenstoffnutzungseffizienz als Bakterien Diese Erkenntnis war für das Forscherteam völlig neu. „Die Pilze haben eine deutlich höhere Kohlenstoffnutzungseffizienz als Bakterien und tragen somit sehr viel mehr zur Kohlenstoffspeicherung im Unterboden bei als zunächst angenommen“, sagte Prof. Kandeler. „Während Bakterien den Kohlenstoff sofort wieder verbrennen, sind die Pilze in der Lage ihn längerfristig zu speichern.“ Dies könnte der Wissenschaft bei der Suche nach neuen Möglichkeiten, den Kohlenstoff lange im Boden zu halten um die globale Erderwärmung einzudämmen, nützlich sein. „Da Waldböden reicher an Pilzen sind als andere Böden, könnten diese künftig als ein möglicher Kohlenstoffspeicher dienen“, erklärte Prof. Kandeler.

Das Projekt SUBSOM

Das interdisziplinäre Projekt SUBSOM besteht aus insgesamt neun Teilprojekten. Der vollständige Projekt-Titel lautet „SUBSOM – The forgotten part of carbon cycling: organic matter storage and turnover in subsoils, Teilprojekt: Biological regulation of subsoil C-cycling under field conditions“. Beteiligt sind insgesamt sieben deutsche Hochschulen und zwei Forschungseinrichtungen. Die Projektleitung liegt bei Prof. Dr. Bernd Marschner von der Ruhr-Universität Bochum. SUBSOM startete am 1. Januar 2017 und wird vorerst bis zum 31. Dezember 2019 laufen. Ein Verlängerungsantrag für das Projekt wird bei der DFG im Herbst 2019 gestellt.

Quelle: A. Schmid/Uni Hohenheim

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