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Sachsen: Waldbiotopkartierung im Privatwald

Sachsen: Waldbiotopkartierung im Privatwald

Am 25. Juni fand eine Auftaktveranstaltung für vier private Forstsachverständigenbüros statt, die von Sachsenforst mit den Außenaufnahmen für die zweite Waldbiotopkartierung im sächsischen Privat- und Kirchenwald beauftragt wurden.
Das Bearbeitungsgebiet für das Jahr 2013 liegt in der Oberlausitz (Landkreise Bautzen und Görlitz). Bis 2016 soll der komplette Privat- und Kirchenwald im Freistaat Sachsen kartiert werden.
 

„Bereits die erste Waldbiotopkartierung in Sachsen hat gezeigt, dass sich in unseren nachhaltig bewirtschafteten Wäldern eine beispiellose Vielzahl von wertvollen Lebensräumen findet“, sagt Prof. Dr. Hubert Braun, Geschäftsführer von Sachsenforst. Braun erwartet, dass sich dieser Reichtum an schützenswerten Biotopen auch bei der anstehenden Wiederholungsaufnahme bestätigt. Auch die aktiven Leistungen der Waldbesitzer zum Beispiel beim Waldumbau werden sich voraussichtlich in einer Zunahme naturnaher Waldlebensräume niederschlagen. „Die Waldbiotopkartierung im Privat- und Kirchenwald ist eine wichtige Informationsbasis für die Waldbesitzer und unsere beratenden Revierförster“, so Braun. „Sie hilft uns, bei forstlichen Maßnahmen die Naturschutzfunktion der Wälder zu bewahren oder sogar weiter zu verbessern.

Gesetzliche Aufgabe
 
Die erste Waldbiotopkartierung über alle Waldeigentumsarten hinweg fand in Sachsen zwischen 1994 und 2000 statt. Zwischen 2009 und 2011 wurde die Kartierung im öffentlichen Wald (Staats- und Kommunalwald) wiederholt und aktualisiert. Bis 2016 wird nun der zweite Durchgang der Waldbiotopkartierung im Privat- und Kirchenwald (mit rund 246.000 ha knapp die Hälfte der gesamten sächsischen Waldfläche) stattfinden.
 
Die Waldbiotopkartierung ist eine gesetzliche Aufgabe von Sachsenforst nach §37 Abs.1 Nr.10 des Waldgesetzes für den Freistaat Sachsen (SächswaldG). Sachsenforst stellt die Daten den Flächeneigentümern und -nutzern sowie den Behörden für ihre Planungen zur Verfügung.
 
Kartiert werden u. a. folgende Flächen:
 
· Biotope, die nach § 30 Bundesnaturschutzgesetz bzw. § 26 Sächsisches Naturschutzgesetz geschützt sind (z.B. Sumpfwald, Nasswiesen, Sand- und Silikatmagerrasen),
· Lebensraumtypen nach den Kriterien der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie),
· wertvolle Biotope (z.B. bodensaurer Eichen-Mischwald, strukturreicher Waldbestand, Feldgehölze)

Die Oberlausitz ist das Gebiet mit dem höchsten Privatwaldanteil in Sachsen. Sie bietet mit ihren von Wald und Wasser geprägten und teilweise vom Braunkohleabbau beeinflussten Heide- und Teichgebieten ein einzigartiges Mosaik von extremen Nass- und Trockenstandorten mit Teichen, Mooren und Bruchwäldern auf der einen und Heiden, Magerrasen und Trockenwäldern auf der anderen Seite.

Die Außenaufnahmen zur Waldbiotopkartierung beginnen Ende Juni 2013 und dauern bis zum Ende der Vegetationszeit im September 2013. Dazu dürfen die von Sachsenforst beauftragten Kartierer alle Waldflächen betreten und Waldwege befahren.

 

Weitere Informationen zur Waldbiotopkartierung bei Sachsenforst

 
SBS

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