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Titel des Positionspapiers 2016 zur Wahlperiode des Landtages von Rheinland-Pfalz. Weitere Informationen unter www.waldbesitzerverband-rlp.de.

Waldbesitzerverband Rheinland-Pfalz: Klimaschutz ist ohne Waldschutz unmöglich!

Deutliche Worte in Richtung der rheinland-pfälzischen Landesregierung fand der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes Rheinland-Pfalz, Hans-Günter Fischer, auf der Mitgliederversammlung am 14. Dezember in Boppard.

Es sei „nicht nachvollziehbar“, dass die Landesregierung bei jeder Gelegenheit den Klimaschutz auf den Lippen trage, im konkreten Handeln jedoch in der Wald- und Forstwirtschaft „kein konsequentes Bild abgebe“.
„Der Wald ist die grüne Lunge der Erde“, so Fischer. „Wer in einem gemeinsamen Kampf gegen die globale Erderwärmung erfolgreich sein will, muss unseren Wald im Sinne der Nachhaltigkeit schützen. Hier ist die Politik der Landesregierung defizitär.“
Die Forstwirtschaft sei mit ihren Endprodukten Holz und Papier wohl der natürlichste und grünste Wirtschaftszweig in Rheinland-Pfalz. Denn anders als bei anderen Produktionsbranchen wird im Wald nicht das schädliche CO2 produziert, sondern nachhaltig gebunden. Wer wie die rheinland-pfälzische Landesregierung weitere Flächenstilllegungen verfüge, „schütze nicht die Erdatmosphäre“. „Jeder Meter Holz, den die einheimische Wirtschaft nicht produziert, wird in ökologisch und sozial unverantwortlicher Weise aus anderen Teilen der Welt beschafft“, machte Fischer deutlich. Fischer forderte ein Ende der Flächenstilllegungen in Rheinland-Pfalz. „Wer diese Einschränkungen verfügt, trägt eine Mitverantwortung für rücksichtlose Vernichtung von global bedeutsamen Waldbeständen in anderen Teilen der Erde.“
„Mehr Unterstützung statt Behinderung“ fordert der Waldbesitzerverband von der Politik. Der Wald sei nicht nur ein wesentlicher Faktor zur Erreichung der Klimaschutzziele. Er sei auch selbst vom Klimawandel hart betroffen. Nicht nur Orkane, sondern auch Starkregenereignisse und warme, trocken-heiße Sommer setzen dem Wald zunehmend zu. „Wenn in diesen Zeiten die Douglasie, die mit trockenen und heißen Sommern besser zu recht kommt, bei der Aufforstung nicht einbezogen werden darf, kommt das schon einem Schildbürgerstreich gleich“, erklärte Fischer in Richtung Landesregierung.
Die Mitgliederversammlung des Waldbesitzerverbandes für Rheinland-Pfalz gab der Politik einige klare Forderungen mit auf den Weg. Dazu gehören unter anderen:
•  Die Einbeziehung der privaten und kommunalen Waldeigentümer in sämtliche Planverfahren. – Die Schaffung eines finanziellen Ausgleichs für die Leistungen im Klima-, Umwelt- und Naturschutz.
•  Ein an die langen Produktionszeiträume angepasstes Steuer- und Abgabensystem und eine finanzielle Kompensation für Nutzungseinschränkungen.
•  Die Ausweitung und Verlängerung der Förderung für forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse, sowie die Förderung des Waldwegebaues als Voraussetzung für eine nachhaltige Forstwirtschaft.
In der aktuellen wie in der langfristigen Energiedebatte müsse den nachwachsenden Rohstoffen eine tragende Rolle zukommen. Dazu sei gerade in Rheinland-Pfalz als dem waldreichsten Land Deutschlands dafür Sorge zu tragen, dass dieser unersetzbare Beitrag zum Klimaschutz in der Energieversorgung auch umgesetzt werde. „Wer ‚erneuerbar’ ernsthaft meint, muss den CO2-neutralen Beitrag des Waldes ernsthaft mit einbeziehen“, erklärte Fischer.
An die Adresse der zuständigen rheinland-pfälzischen Ministerin Ulrike Höfken, den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Peter Bleser sowie die Abgeordneten des rheinland-pfälzischen Landtages bot Fischer an, das forstliche Know-how des Verbandes einzubringen. Er verwies dabei auf das Positionspapier seines Verbandes, das als Benchmark für das politische Handeln in der kommenden Wahlperiode für den Waldbesitzerverband gilt.
Der Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz e.V. ist die Interessenvertretung der nichtstaatlichen Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz. Der Verband wurde 1949 auf Initiative erfahrener kommunaler Politiker und Waldbesitzer gegründet. Neben rund 400 Städten und Gemeinden und den Besitzern von größeren privaten Waldflächen haben sich über 16.200 Kleinprivatwaldbesitzer in 24 Kreiswaldbauvereinen im Waldbesitzerverband zusammengeschlossen.
Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz

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