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Der Waldbesitzerverband Niedersachsen nahm Stellung zum aktuellen Waldzustandsbericht.

Waldbesitzerverband Niedersachsen zum Waldzustand

Am 11. Dezember 2018 veröffentlichte das Landwirtschaftsministerium Niedersachsen (ML Niedersachsen) den aktuellen Waldzustandsbericht für den Zeitraum September 2017 bis August 2018. Nun äußerte sich der Waldbesitzerverband Niedersachsen zum aktuellen Gesundheitszustand der Wälder in Niedersachen. Wie haben die Bäume den extremen Sommer 2018 überstanden?

Ein Resümee ergab, dass viele schädliche Arten  durch den angehenden Klimawandel in ihrer Ausbreitung stark begünstigt werden. Die mittlere Kronenverlichtung ist aufgrund der Wärme und Trockenheit in diesem Sommer im Durchschnitt über alle Baumarten und Altersklassen hinweg um zwei Prozentpunkte auf 19 % angestiegen. Bei älteren Eichen sind Verluste von bis zu einem Drittel der Blattmasse deutlich sichtbar. Neben der Trockenheit setzte z. B. auch der Fraß von Schmetterlingsraupen wie der vom Eichenprozessionsspinner den Eichen sehr zu.

Zustand gegen Ende des Jahres wesentlich schlechter

Norbert Leben, Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen dazu: „Das sind erst die Auswirkungen, die wir bis zum Ende der Außenaufnahmen im August wahrgenommen haben, im weiteren Jahresverlauf sah es dann noch wesentlich schlechter aus. Und auch in den nächsten Jahren werden wir wohl noch mit den Auswirkungen dieses Jahrhundertsommers zu kämpfen haben.“ Erst dann wird sich zeigen, wie die Bäume mit dem verfrühten Laubabwurf zurechtkommen und wie groß die kommende Borkenkäferkalamität wird. „Wir brauchen finanzielle Hilfe für unsere Waldbesitzer, um mit diesen Schäden zurecht zu kommen, vor allen Dingen aber um das Sturmholz und die bereits von Käfern befallenen Bäume schnellst möglichst aus unseren Wäldern zu bekommen“, so Leben weiter.

Forderung nach personellen und finanziellen Hilfen

Sturm, Dürre und Käfer haben vor allem in Südniedersachsen, der Region Osnabrück aber auch in anderen Landstrichen verheerende Schäden angerichtet. Neben ausgewachsenen Bäumen wurden leider auch die Kulturen großflächig Opfer dieser Katastrophe. Um die jetzt kahlen Flächen wieder aufzuforsten, das Schadholz bewältigen zu können und gegen den nächsten Borkenkäferangriff gewappnet zu sein, sind personelle und finanzielle Hilfen dringend erforderlich. Es zeigt sich, wie wichtig der Kampf gegen die negativen Auswirkungen des Klimawandels ist. Hierbei kann die Forstwirtschaft, als große CO2-Senke in Wald und Holzprodukten, einen immensen Beitrag erbringen. „Wir leisten gern unseren Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel“, so Leben.

Waldbesitzerverband Niedersachsen e.V.

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