ABO
Der Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz e.V. ist die Interessenvertretung der nichtstaatlichen Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz.

Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz aktuell

Anlässlich der Mitgliederversammlung des Waldbesitzerverbandes für Rheinland-Pfalz am 13. November in der Stadthalle in Boppard fordern private und kommunale Waldbesitzer wegen der Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald Hilfe von Bund und Land.

Der Klimawandel findet statt. „Er kommt schneller und heftiger als wir das erwartet haben. Dürresommer, Starkregenereignisse und Orkane sind nur die Vorboten“, so Christian Keimer, neuer Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes für Rheinland-Pfalz, anlässlich der Mitgliederversammlung in Boppard.

Die große Hitze und kaum Niederschlag haben den Wäldern in Rheinland-Pfalz zugesetzt. Borkenkäfer haben sich explosionsartig vermehrt. Eine halbe Million Festmeter käferbefallenes Holz wurde bereits eingeschlagen. Dies geschieht um eine weitere Vermehrung und Ausbreitung des Käfers einzudämmen. An den Holzmärkten lassen sich kaum noch weitere Holzmengen absetzen. Mindereinnahmen und Mehrausgaben für die Holzernte und die Wiederaufforstung der Wälder sind zu finanzieren.

Dürre- und Borkenkäfer zerstören die Wälder

„Die privaten und kommunalen Waldbesitzer brauchen dringend Hilfe von Bund und Land, um die von Dürre und Borkenkäfer zerstörten Wälder wiederaufzubauen“, forderte Christian Keimer von der Bundesministerin Julia Klöckner, die im Rahmen der Mitgliederversammlung über das Thema: „Strategien und Maßnahmen der Bundesregierung für den Forstsektor“ sprach.

Die jetzt von den Haushaltspolitikern des Bundestages festgelegten 25 Mio. € Dürrehilfe sind gut und richtig. „Wir erwarten, dass das Land seinen notwendigen Anteil bei dieser Gemeinschaftsaufgabe dazu steuert. Auch kann der Betrag nur ein erster Anfang sein“, so Keimer. Es gilt abzuwarten, wie sich die Folgen der katastrophalen Dürre im Jahr 2019 entwickeln um zeitnah nachzubessern.

Die Stabilisierung und der Wiederaufbau der Wälder ist vor dem Hintergrund des Klimawandels extrem wichtig. Ein gesunder und intakter Wald bindet durch das Wachstum das klimaschädliche Treibhausgas Kohlendioxid im Holz. Die aus dem Holz gewonnenen Produkte binden langfristig Kohlendioxid und entlasten die Atmosphäre. Waldwirtschaft und Holznutzung dienen dem Klimaschutz.

Kartellrechtskonformer Holzverkauf

Ein weiteres Thema der Mitgliederversammlung war der Holzverkauf, der aus kartellrechtlichen Gründen getrennt werden muss. Staatswald einerseits und Gemeinde- und Privatwald andererseits müssen ab dem 1. Januar 2019 das Holz getrennt vermarkten. Gerade der Privatwald in Rheinland-Pfalz mit seinen kleinteiligen Strukturen muss wegen der kartell- und beihilferechtlichen Vorgaben, weitere direkte Förderungen erhalten. Der Vorsitzende Bürgermeister Christian Keimer forderte die Bundesministerin auf, hier von Seiten des Bundes die Voraussetzungen zu schaffen.

Christian Keimer ist der neue Vorsitzende

Christian Keimer, 47 Jahre alt, Rechtsanwalt, tritt im Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz die Nachfolge von Hans-Günter Fischer an. Keimer ist seit Juli 2014 Bürgermeister der Stadt und der Verbandsgemeinde Kastellaun.

Der Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz e.V. ist die Interessenvertretung der nichtstaatlichen Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz. Der Verband wurde 1949 auf Initiative erfahrener kommunaler Politiker und Waldbesitzer gegründet. Neben rund 400 Städten und Gemeinden und den Besitzern von größeren privaten Waldflächen haben sich über 16.500 Kleinprivatwaldbesitzer in 26 Kreiswaldbauvereinen im Waldbesitzerverband zusammengeschlossen.

Red./Quelle: WBV RP

Auch interessant

von