ForstBranche Forstpolitik

Waldbesitzerverband fordert zur Sachlichkeit auf!

Bearbeitet von Rainer Soppa

Angesichts der Broschüre „Waldschutz und forstwirtschaftliche Nachhaltigkeit 2.0“ aus dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie (MULE) kommt heftige Kritik vom Waldbesitzerverband Sachsen-Anhalt.

Hier werde etwas als Broschüre des MULE ausgegeben, was keine Fachinformation eines Ministeriums sei. Dies Papier sei zu keiner Zeit mit der Fachabteilung Forstwirtschaft im Ministerium, geschweige mit der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt, den Fachverbänden oder Fachleuten auf den Weg gebracht oder gar abgestimmt worden. Vielmehr handele es sich um eine Wahlkampfbroschüre der Ministerin und ihrer Partei. Sie entspräche im Tenor dem Parteiprogramm der Grünen zur nächsten Landtagswahl. Damit habe die Ministerin mit Mitteln Ihres Ministeriums gegen die staatliche Neutralität verstoßen, sowie unzulässige Wahlwerbung für die Ziele von sich sowie ihrer Partei gemacht. Nach Ansicht des Waldbesitzerverbands liegt ein Verstoß gegen das Gebot äußerster Zurückhaltung in Ansehung der anstehenden Landtagswahl vor.

Zudem agiere die Ministerin im höchsten Maße entgegen wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Notwendigkeiten, im Angesicht des Klimawandels.

Der ehemalige Direktor des Potsdamer Institutes für Klimaforschung Prof. Hans Joachim Schellnhuber ruft hingegen in einer  Studie zur nachhaltigen Holznutzung auf:

„Bäume bieten uns eine Technologie von beispielloser Perfektion. Sie entziehen unserer Atmosphäre CO2 und wandeln es in Sauerstoff zum Atmen und in Kohlenstoff im Baumstamm um, den wir nutzen können. Ich kann mir keine sicherere Art der Kohlenstoffspeicherung vorstellen. Die Menschheit hat Holz für viele Jahrhunderte für Bauwerke genutzt, doch jetzt geht es angesichts der Herausforderung der Klimastabilisierung um eine völlig neue Größenordnung. Wenn wir das Holz zu modernen Baumaterialien verarbeiten und die Ernte und das Bauen klug managen, können wir Menschen uns ein sicheres Zuhause auf der Erde bauen.“

Dagegen rede die Ministerin in dieser Broschüre der Herausnahme von Wald aus der Nutzung das Wort. Im Übrigen sei die ganze Broschüre ein laienhaftes Durcheinander.

Statt schlechtem Wahlkampf auf Kosten der Wälder und Wähler, solle sich die Ministerin ernsthaft der Wiederbewaldung Sachsen-Anhalts widmen. Weder gebe es dazu bis heute einen Masterplan, noch so etwas wie Koordination, oder einen Wiederbewaldungsstab. So werde Wald und Klimaschutz unverändert kruden Wald-Wildnis Ideologien und eigenen, politischen Interessen geopfert. Deshalb fordert der Waldbesitzerverband Sachsen-Anhalt von der Ministerin mehr Fach- und Sachlichkeit zur Rettung der Wälder in Sachsen-Anhalt!

Text: Waldbesitzerverband