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Deutsche Waldbesitzerverbände: Umweltgutachten fehlt fachliche Substanz zur Waldbewirtschaftung

Waldbesitzer: Stillstand im Wald – Nein Danke!

Vom 14. Bis 17. November 2011 fand in Wernigerode der von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzer (AGDW) und dem Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) organisierte 9. Bundeskongress für Führungskräfte forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse statt. Unter dem Motto „Stillstand im Wald – Nein Danke!“ wurde in vier Arbeitskreisen die Themengebiete Förderung, Vertragsnaturschutz, Holzvermarktung und Windenergie durchleuchtet. Die Führungskräfte der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse haben dabei Leitfäden für ihre zukünftige Aufgaben, sowie Lösungsansätze für die forstpolitische Fragestellungen entwickelt.

Beim Thema „Förderung“ stellte man dabei fest, dass der Entwurf der neuen EU-Förderrichtlinie ELER kaum noch den wirtschaftlichen Aspekt der Forstwirtschaft abdeckt, sondern mit deutlichem Übergewicht auf die ökologische Seite des Waldes abzielt. Begrüßt wurde von den Teilnehmern mehrheitlich die schnelle Positionierung der AGDW zu diesem Entwurf, die die Schwächen dieser neuen Förderung aufzeigte. In diesem Zusammenhang wurde auch eine Diskussion über eine mögliche Steigerung der Schlagkraft der AGDW geführt.

Im zweiten Arbeitskreis ist der „Vertragsnaturschutz“ beleuchtet worden, der in ausgewiesenen FFH- Gebieten die Möglichkeit eröffnen kann, neben dem Erhalt einer finanziellen Entschädigung auch durch freiwillige Maßnahmen die Gefahr einer zwangsweisen weitergehenden Ausweisung von FFH-Gebieten zu bannen. Bereits in mehreren Bundesländern kann von dieser Regelung erfolgreich Gebrauch gemacht werden.

Die „Gemeinsame Holzvermarktung“ stellte die Teilnehmer vor die Fragestellung, wie auch in Zukunft eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder durch eine gemeinsame Holzvermarktung und den damit einhergehenden Möglichkeiten gestaltet werden soll. Eine der Kernaussagen des Arbeitskreises zeigt auf, dass die privaten Waldbesitzer ihr Holz zukünftig selber vermarkten wollen und können, dass dazu aber eine Trennung von Beratung, Betreuung und Vermarktung stattfinden müsse.

„Windenergie“ war das Thema des vierten Arbeitskreises, der sich auf die Erstellung von Argumentationshilfen zur Implementierung von Windenergie in den Wald konzentrierte. Ebenfalls wurden mögliche Pachtverträge und ein für Forstbetriebsgemeinschaften geeignete Vertragswerk erörtert.

Den Anfang des traditionell sehr gut besuchten Bundeskongress machte Norbert Leben, als Vizepräsident der AGDW und Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen. Er stellte eine mit dem Deutschen Forstwirtschaftsrat (DFWR) und Deutschen Jagdschutzverband (DJV) gemeinsam entwickelte Position vor, die für eine Befriedung des schwelenden Wald-Wild Konfliktes sorgen soll.

Der Präsident der AGDW, Philipp Frhr. zu Guttenberg, machte in seiner Rede deutlich, dass die Forstlichen Zusammenschlüsse das Rückgrat der Forstwirtschaft in Deutschland bilden und unterstrich deren Wichtigkeit. Um diese auch für die Zukunft zu stärken sei es wichtig, die Anliegen der Zusammenschlüsse regelmäßig zu erörtern und vor allem zukunftsfähige Lösungswege zu entwickeln. Gleichzeitig wies zu Guttenberg daraufhin, dass die Stimme der Waldbesitzer nur gehört werden könne, wenn diese gut vernehmbar sei und sich geschlossen gegen Strömungen stelle, die einen Stillstand im Wald forderten.

AGDW

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