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Waldbesitzer warnen vor Waldspaziergängen nach Orkan „Niklas“

Waldbesitzer warnen vor Waldspaziergängen nach Orkan „Niklas“

Das in den letzten Tagen über Deutschland wütende Orkantief „Niklas“ hat auch in vielen Waldgebieten für große Schäden gesorgt. Das genaue Ausmaß der Schäden kann aktuell noch nicht beziffert werden. Die ersten Landesforsten melden jedoch, dass sie im Vergleich zum Orkan Kyrill 2007 nochmal mit einem blauen Auge davongekommen sind.
„Für die Waldbesitzer stellen die Sturmschäden trotzdem erhebliche finanzielle Belastungen dar“, sagt Alexander Zeihe, Hauptgeschäftsführer des Verbandes AGDW – Die Waldeigentümer. Allein die Aufräumarbeiten werden viel Zeit und Geld kosten. An erster Stelle steht dabei eine genaue Schadensbetrachtung: Welche Bäume wurden wie stark beschädigt? Welcher Baum muss aus Sicherheitsgründen gefällt werden? Welches Holz lässt sich noch für welche Zwecke nutzen? Und wo muss wieder aufgeforstet werden?
Osterspaziergang im Wald besser meiden
Bis die Waldwege wieder freigeräumt sind und das gefallene Holz aus dem Wald abtransportiert wurde, rät die AGDW Erholungssuchenden und Freizeitsportlern in den nächsten Tagen besser auf einen Spaziergang im Wald zu verzichten.
AGDW-Hauptgeschäftsführer Alexander Zeihe: „Nach schweren Stürmen lauern im Wald viele Gefahren, da noch zahlreiche losgebrochene Äste in den Baumkronen hängen oder Bäume schräg stehen, die teilweise entwurzelt wurden. Diese Äste können bereits mit der nächsten Windböe unvermittelt herabfallen. Wir raten deshalb, auch dem Wald eine kleine Erholungspause zu geben und zu warten, bis die Waldarbeiter die Aufräumarbeiten abgeschlossen haben.“
Betreten der Wälder erfolgt auf eigene Gefahr
Wichtig zu wissen: Besucher betreten und nutzen den Wald in der Regel auf eigene Gefahr. Dies hat ein Urteil des Bundesgerichtshofes zur sogenannten Verkehrssicherungspflicht auf Waldwegen im Jahr 2012 bestätigt: Die Waldbesitzer haften nur für „atypische“ Gefahren im Wald, das heißt nur für die Schäden, die nicht durch die Natur des Waldes verursacht werden.
Der Großteil der Unfallursachen im Wald ist dagegen „waldtypisch“ und der Waldeigentümer braucht deshalb für diese Fälle nicht einzustehen. Beispiele hierfür sind Äste, die nach einem Sturm abbrechen oder Wege, die nasses Laub, Schnee, Eis oder Matsch zur Rutschbahn machen.
Die AGDW rät Waldbesuchern deshalb umso mehr, die Warnhinweise und Absperrungen im Wald ernstzunehmen und nur die Bereiche des Waldes zu betreten, die von den Experten freigegeben sind.
AGDW – Die Waldeigentümer

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