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Waldbesitzer über Klimawandel besorgt

Die Waldbesitzer in Baden-Württemberg sorgen sich wieder zunehmend um die Gesundheit ihrer Wälder. Schuld sind die Auswirkungen des Klimawandels. Dies berichtet die Forstkammer im Zusammenhang mit dem am 30. November von der Landesregierung vorgestellten Waldzustandsbericht 2011. Die Bäume haben demnach unter einer zunehmenden Vielfalt aggressiver Waldschädlinge zu leiden. „Die Erderwärmung setzt die Wälder permanent unter Stress“, erläutert Jerg Hilt, Geschäftsführer der Forstkammer. Der Verband vertritt die privaten und kommunalen Waldbesitzer im Land. „Über dieses Problem darf auch die leichte Entspannung beim Waldzustandsbericht nicht hinwegtäuschen.“ Die geschwächten Bäume seien anfälliger für Schädlingsbefall. „Während wir bei der schon totgesagten Fichte seit Jahren kaum Probleme haben, setzen Eschentriebsterben, Tannenrüsselkäfer und Eichenprachtkäfer den Wäldern erheblich zu“, so Hilt. Die Forstkammer fordert daher, dass die Waldbesitzer bei der Bewältigung der Klimafolgen besser finanziell unterstützt werden. „Derzeit stehen die Forstbetriebe mit diesen Problemen in der Regel alleine da“, beklagt Hilt.
Außerdem müsse man auch in Zukunft den Gesundheitszustand der Wälder genau im Blick behalten. „Ohne ein landesweites Monitoring würden wir bei der Waldwirtschaft im Blindflug operieren“, so der Forstkammer-Geschäftsführer. Hier biete die Waldzustandserhebung in Baden-Württemberg schon eine wertvolle Grundlage, die allerdings noch ausgebaut werden könnte. Beispielsweise befürchte man, dass durch die zunehmenden Stilllegungen von Waldflächen zugunsten einzelner Arten auch die Vermehrung von Waldschädlingen begünstigt wird. „Dies muss gezielt untersucht werden“, fordert Hilt. Außerdem müsse bei der Auswahl derartiger Flächen der Schutz benachbarter Wälder stärker berücksichtigt werden.
Als Erfolg wertet die Forstkammer die anhaltende Reduzierung der Säureeinträge in den Wald und die Sanierung geschädigter Waldböden durch das Ausbringen von Kalk. „Gesunde Böden sind die Basis für stabile Wälder, gerade in Zeiten des Klimawandels“, erläutert Hilt. Die staatliche Förderung der Waldkalkung sei daher ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Wälder. „Staat und Forstbetriebe dürfen hier in ihren Anstrengungen nicht nachlassen“, forderte der Waldbesitzervertreter.
 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

 
Forstkammer

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