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Wiederholt übt der Waldbesitzerverband Sachsen-Anhalt harsche Kritik an der Führung im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhal

Waldbesitzer in Sachsen-Anhalt kritisieren Agonie im Ministerium

Wiederholt übt der Waldbesitzerverband Sachsen-Anhalt harsche Kritik an der Führung im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt: Walderhalt in Zeiten des Klimawandels wird dort zur Neben-Nebensache

Vitale Wälder sind zur Bewältigung des Klimawandels unerlässlich. Sachsen-Anhalts Wälder spielen bei der Bekämpfung des Treibhauseffekts in dreifacher Hinsicht die entscheidende Rolle:

  • Sie entziehen der Atmosphäre Kohlendioxid. Ein Hektar Wald speichert pro Jahr etwa 13 t Kohlendioxid.
  • Sie setzen so Kohlenstoff fest und speichern ihn wenn Holz etwa für Neubauten, Modernisierungen, Anbauten oder Möbel verwendet wird. Beispielsweise entlastet ein Niedrigenergiehaus in Holzbauweise die Atmosphäre um rund 80 t Kohlendioxid.
  • Ihr Holz ersetzt andere energieintensive Materialien wie Stahl oder Beton, die auf Basis endlicher Rohstoffe hergestellt werden.
  • Unsere heimischen Wälder werden nachhaltig bewirtschaftet. Alle Bundeswaldinventuren belegen: Es wurde nie mehr Holz geerntet als nachwächst. So erschöpft sich die Ressource Holz nicht.

Seit Sommer 2017 haben Stürme, Dürre und Insekten zahlreiche Wälder in Sachsen-Anhalt schwer geschädigt. Ob Nadel- oder Laubwälder die Schäden sind epochal.

Forstförderung funktioniert kaum noch

Wenn die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Claudia Dalbert, behauptet, dass ihr „Klima- und Energiekonzept (KEK)“ das Ziel habe den Kohlendioxid-Ausstoß bis zum Jahr 2020 auf 31,3 Mio. t zu begrenzen, so ist diese Aussage angesichts ihrer Untätigkeit zur Wiederbewaldung nach den Waldschäden der letzten 19 Monate schlicht unglaubwürdig, so der Waldbesitzerverband. Während Landwirte gesonderte Dürrehilfen erhalten, gehen die Waldbauern leer aus. Die Forstförderung funktioniert seit Frau Dalberts Amtsantritt in Sachsen-Anhalt mehr oder minder nicht. Die dafür vorgesehenen Gelder wurden regelmäßig z.B. in den Ökolandbau verlagert.

Forstpersonal fehlt, Forststrukturen werden zerschlagen

Das Forstpersonal zur Beratung des Kleinprivatwaldes fehlt. Allein der Druck des Parlamentes hat die „verantwortliche“ Ministerin veranlasst, mehr Stellen für die Forstverwaltung „zuzusagen“. Diese Zusage liegt an der Willigkeit des Innen- und des Finanzministeriums. Die zuständige Ministerin ist in der Personalausstattung der Forstverwaltung statt hilfreich nur verhindernd unterwegs. Sie zerschlägt – entgegen dem Rat der eigenen Verwaltung – weiter die eh dünnen Strukturen. Trotz parlamentarischer Personalzusagen will sie zwei benötigte Forstämter zerschlagen. Fachgespräche mit den Betroffenen will sie nicht. Einig sind sich die Waldeigentümer darüber: Ihr Verhalten schadet dem Klima im Land in vielfältiger Hinsicht!

Entwurf des Klima- und Energiekonzeptes Sachsen-Anhalt (KEK) – PDF (5,1 MB)

WBV Sachsen-Anhalt/Red.

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