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Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz diskutieren über die Waldnutzung

Die aktuelle Bundeswaldinventur bescheinigt den Waldbesitzern in Rheinland-Pfalz eine nachhaltige Forstwirtschaft. Kein Land in Europa hat größere Holzvorräte in seinen Wäldern als Deutschland und Rheinland-Pfalz ist mit einem Waldanteil von 42 % das waldreichste Bundesland. Auch qualitativ haben die Wälder in Rheinland-Pfalz einiges zu bieten. Mit einem Laubholzanteil von 58 % liegt dieser deutlich über dem Bundesdurchschnitt und der bereits hohe Totholz- und Biotopholzanteil bietet vielfältige Lebensräume für Flora und Fauna. „Die Daten zeigen deutlich, dass die Vorwürfe mancher Naturschutzverbände, die einen übernutzten und ökologisch minderwertigen Wald darstellen, falsch sind“, so Hans-Günter Fischer, Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes anlässlich der Jahresmitgliederversammlung am 15. Dezember in Boppard.
Vordergründig betrachtet könnten die Waldbesitzer zufrieden zur Tagesordnung übergehen. Der Schritt wäre aber fatal, denn die wichtige Säule der Nutzung, ein elementarer Bestandteil der umfassenden Nachhaltigkeit, wird zunehmend vernachlässigt.
Ein alarmierendes Signal
Die Waldbesitzer diskutieren in Boppard engagiert über die Zukunft der rheinland-pfälzischen Wälder. Wenn heute in den jungen Wäldern 80 % Laubbäume oder 20 % Nadelbäume heranwachsen, die Wertschöpfungskette Forst und Holz aber zu 90 % vom Nadelholz abhängt, so ist das ein alarmierendes Signal. Vor dem Hintergrund immer knapper werdender natürlicher Ressourcen gewinnt Holz zunehmend an Bedeutung. Holz, der nachwachsende Rohstoff, der nachhaltig produziert wird, stellt einen erheblichen Kohlenstoffspeicher dar. Die Holzverwendung trägt somit zur Klimaverbesserung bei.
Die Daten der Inventur belegen, so Fischer: „Die Herausforderung für die Zukunft der privaten und kommunalen Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz besteht nicht darin, immer mehr Nadelholzbestände in Laubholzbestände umzubauen. Vielmehr besteht die Herausforderung darin, bestehende Laubholzbestände und Laubholzkulturen durch Nadelholzanpflanzungen aufzuwerten. Wir müssen zu einer Balance zwischen Laub- und Nadelholzanteil kommen und dabei auch langfristig die Nutzungsmöglichkeiten und die wirtschaftliche Bedeutung des Waldes für die ländlichen Räume stärker gewichten“.
Für den Bereich des kleineren Privatwaldes, der mittlerweile die höchsten Holzvorräte aufweist, forderte Fischer die Landesregierung auf, wieder den Waldwegebau zu fördern. Er ist notwendig, damit das nachhaltig erzeugte Holz zu den Sägewerken transportiert werden kann.
Überprüft das Bundeskartellamt die Holzvermarktung in Rheinland-Pfalz?
Die deutsche Säge- und Holzindustrie hat heute schon zunehmende Schwierigkeiten, ihre Nadelrundholzversorgung sicherzustellen.
Im Zusammenhang mit dem erwarteten Kartellverfahren im Bereich der gemeinsamen Rundholzvermarktung von Staats-, Gemeinde- und Privatwald stellte Fischer klar, dass bereits 2005 bis 2008 das Bundeskartellamt das Verkaufsverfahren von Landesforsten untersucht und entsprechende Vorgaben gemacht hat. Rheinland-Pfalz hat die Vorgaben, die das Bundeskartellamt dem Land auferlegt hat, erfüllt.
„Wir gehen davon aus, dass auf der Basis der bestehenden Gesetze, die bisherige Holzvermarktung durch das Land Rheinland-Pfalz kartellrechtskonform erfolgt ist“, so Fischer. „Wir setzen als Waldbesitzer auf eine kartellrechtskonforme Zusammenarbeit und eine weitere Stärkung der holzvermarktenden Forstbetriebsgemeinschaften.“
Der Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz e.V. ist die Interessenvertretung der nichtstaatlichen Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz. Der Verband wurde 1949 gegründet. Neben rund 400 Städten und Gemeinden und den Besitzern von größeren privaten Waldflächen haben sich über 15.700 Kleinprivatwaldbesitzer in 23 Kreiswaldbauvereinen im Waldbesitzerverband zusammengeschlossen. Der Waldbesitzerverband ist Anwalt der privaten und kommunalen Waldbesitzer in der Öffentlichkeit, deren Interessenvertretung gegenüber politischen Entscheidungsträgern und sowie Dienstleister für seine Mitglieder.
Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz

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