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Waldbesitzer brauchen Entscheidungsfreiheit

Waldbesitzer brauchen Entscheidungsfreiheit

„Herr Mappus, lassen Sie nicht zu, dass die privaten und kommunalen Waldbesitzer in Baden-Württemberg ihrer Entscheidungsfreiheiten noch weiter beraubt werden.“ Diese Bitte richtete Waldbesitzer-Präsident Roland Burger bei der Mitgliederversammlung der Forstkammer an den baden-württembergischen Ministerpräsidenten. Das Branchentreffen der Forstwirtschaft mit 300 teilnehmenden Waldbesitzern und Vertretern aus Politik, Forstverwaltung und Holzwirtschaft fand am 4. März im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg statt. Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen der bevorstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg. Neben der Ansprache des Ministerpräsidenten Stefan Mappus stand eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aller vier Landtagsfraktionen zur zukünftigen Forstpolitik des Landes auf der Tagesordnung.
Forstkammer-Präsident Burger ging im Rahmen seiner Rede auf die aktuellen Herausforderungen der Waldbesitzer ein. „Die Waldbesitzer haben immer bewiesen, dass sie die Ansprüche der Gesellschaft an den Wald ernst nehmen und erfolgreich in die Waldbewirtschaftung integrieren“, stellte Burger fest. „Wenn aber die Ansprüche immer weiter steigen, bis hin zu den aktuellen Flächenstilllegungsforderungen, dann sind unsere Kooperationsmöglichkeiten aufgebraucht.“ „Eigentumsrechte erhalten, Wirtschaftlichkeit im Wald fördern und Gemeinwohlleistungen ausgleichen, das sind die Aufgaben der Politik in der kommenden Legislaturperiode“, forderte der Waldbesitzerpräsident.
„Die Forstkammer Baden-Württemberg hat sich in der Vergangenheit einen hervorragenden Ruf als kompetenter, sachorientierter und konstruktiver Vertreter der Interessen der privaten und kommunalen Waldbesitzer erarbeitet. Sie war und ist für die Landesregierung ein wichtiger Ansprechpartner zu allen Fragen der Forstwirtschaft“, sagte Ministerpräsident Stefan Mappus. Der Wald sei ein Stück Heimat, aber auch die bedeutendste Trinkwasseraufbereitungsanlage, der effektivste Feinstaubfilter, der größte Erlebnisraum und der größte CO2-Speicher des Landes. Damit liege in den Wäldern ein Schlüssel für die Lebensqualität im 21. Jahrhundert. Auch deshalb habe sich die Landesregierung auf Bundesebene immer für die Einrichtung eines Wald-Klima-Fonds eingesetzt.
Zugleich seien die Wälder aber auch Lieferant von Holz für die Weiterverarbeitung zu Möbeln, Papier, Heiz- und Baumaterial und stünden damit für heimische Wertschöpfung und 200.000 Arbeitsplätze im Land. „Ich bin zuversichtlich, dass es uns in Baden-Württemberg weiterhin gelingt, Ökologie und Ökonomie auf eine vernünftige und nachhaltige Weise miteinander zu verbinden. Ich weiß, welch wertvollen Beitrag die Waldbesitzer in unserem Land in diesem Sinne Tag für Tag leisten“, sagte Ministerpräsident Mappus. In den letzten Jahren sei auch kein einziger Förderantrag wegen fehlender Finanzmittel abgelehnt worden. Die finanzielle Förderung der Waldkalkung im Privatwald sei sogar verbessert und die Umweltzulage Wald erhöht worden. „Die Landesregierung wird die Waldbesitzer aber auch in Zukunft mit ihren berechtigten Anliegen und Interessen nicht alleine lassen“, so Mappus.
Auf dem Podium diskutierten die Landtagsabgeordneten Klaus Herrmann (CDU), Walter Krögner (SPD), Dr. Friedrich Bullinger (FDP) und Reinhold Pix (Grüne) unter Moderation von Forstkammer-Geschäftsführer Jerg Hilt über die zukünftige Forstpolitik im Land. Dabei wurden teilweise erhebliche Differenzen deutlich. Während sich Grüne und SPD für die Einrichtung zusätzlicher Schutzgebiete im Wald einsetzen wollen, sprachen sich die Vertreter der bürgerlichen Parteien deutlich gegen großflächige Flächenstilllegungen im Wald aus. Einig war man sich allerdings in der Aussage, dass die naturnahe Nutzung der Wälder weiter unterstützt werden soll.
 
Forstkammer Baden-Württemberg

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