Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service
Viele Waldbesitzende können aufgrund desaströser Holzpreise das vom Borkenkäfer befallene Holz nicht mehr aufarbeiten.

Waldbesitzende Gemeinden im Westerwald verlieren rund 20.000 € im Jahr

Umweltministerin Ulrike Höfken würdigt Engagement von MANN Naturenergie als Partner für Waldbesitzer im Westerwald.

„Rund 51.000 Menschen arbeiten in Rheinland-Pfalz in der Forst- und Holzbranche, vor allem im ländlichen Raum. Damit ist sie der wichtigste Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz. Das stärkt auch das Klima: Denn der Wald speichert mehr als ein Viertel aller CO2-Emissionen unseres Bundeslandes, ohne den Wald wären rund 9,8 Mio. t CO2 mehr in der Luft. Unternehmen wie MANN Naturenergie leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung ländlicher Regionen und zum Klimaschutz“, sagte die rheinland-pfälzische Umwelt- und Forstministerin Ulrike Höfken bei einem Besuch des Unternehmens im Westerwald.

MANN investiert nicht nur in Windkraftanlagen, sondern auch in Biomasse-Heizkraftwerke und betreibt die erste großtechnische Holzpelletsproduktion für Deutschland. Um die Wertschöpfung aus dem Rohstoff Holz weiter zu steigern, nahm es 2017 ein neuartiges Sägewerk in Betrieb. Dieses kann bislang als nicht sägefähig geltendes Rundholz verarbeiten. Davon würden die Waldbesitzenden im Raum Hachenburgprofitieren, denn das Unternehmen verwendet ausschließlich regionales Holz. „Ich bin dankbar, dass auch während des Lockdowns keine Kurzarbeit angeordnet wurde und das Unternehmen sowohl 80 Arbeitsplätze bietet als auch ein wichtiger Partner für die Waldbesitzenden in der Region ist“, so Höfken.

Viele Waldbesitzende können aufgrund desaströser Holzpreise das vom Borkenkäfer befallene Holz nicht mehr aufarbeiten – also aus dem Wald schaffen, damit nicht noch weitere, noch gesunde Bäume, geschädigt werden. Dazu kommen Holzmengen, die aufgrund der großen Mengen, die bundes- und europaweit anfallen, schlichtweg unverkäuflich sind. Dennoch entstehen Kosten – etwa zur Verkehrssicherung. Die Waldbesitzenden müssen gewährleisten, dass Bäume beispielsweise nicht auf öffentliche Straßen fallen.

Die aus dem Wald gebrachte Schadholzmenge in den vergangen beiden Jahren betrug im Forstamt Hachenburg insgesamt rund 300.000 Fm. Die Forstleute schätzen, dass derzeit noch circa eine halbe Mio. FM bereits abgestorben im Wald stehen beziehungsweise im weiteren Jahresverlauf absterben werden. Das entspricht ungefähr 600.000 toten Bäumen.

Rheinland-Pfalz-weit sind im Jahr 2020 bisher 2,3 Mio. Fm Schadholz angefallen. Die Kosten für die Wiederaufforstung betragen dieses Jahr in den Wäldern Rheinland-Pfalz rund 25 Mio. €. Gleichzeitig ergibt sich ein Mindererlös von 106 Mio. € aufgrund der Kalamität.

75 Mio. € Vermögensverlust in der Region Hachenburg

Mit rund 75 Mio. € Vermögensverlust rechnen die Waldbesitzenden im Bereich des Forstamtes Hachenburg aufgrund der enormen Mengen Borkenkäfer-Schadholz. Dabei gehören in diesem Bereich 80 % der Waldfläche Gemeinden, der Rest ist Privat- und Staatswald. Rein rechnerisch verliert eine Gemeinde mit 100 Hektar Wald, der im Westerwald in der Regel zu 40 % aus Fichten besteht, jährlich circa 20.000 €. „Die Lage für den Wald, für die Waldbesitzenden und für das Klima ist katastrophal“, betonte Forstministerin Höfken. „Deshalb fordere ich erneut, dass Waldbesitzende mit einer Waldklimaprämie entschädigt werden, damit sie die Leistungen des Waldes für uns alle erhalten: Den Wald als Klimaschützer, als Erholungsort, Lebensraum für Tiere, Pilze und Pflanzen und als wertvoller Rohstofflieferant und Arbeitgeber. Und ich bin froh, dass Unternehmen wie MANN dazu beitragen, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt. Holz, das hier wächst, wird auch hier verarbeitet.“

Abfallfreie Produktion

Seit über 90 Jahren macht sich MANN für das Klima und die Region stark. 100 % Wertschöpfung heißt hier, dass ausschließlich Holz und Holzspäne aus der Region verarbeitet werden sowie eigentlich nicht sägefähiges Holz zu Brettern „upgecycelt“ wird. Das, was an Sägespänen und Holzresten anfällt, wird zu Pellets verarbeitet und die Rinde im firmeneigenen Kraftwerk verbrannt. Das bedeutet: Es entstehen keinerlei Abfälle. Die Produkte kommen von hier ohne Zwischenhändler direkt an die Endkunden, etwa eine Pellettankstelle. Damit erwirtschaftet das Unternehmen einen Jahresumsatz von rund 34 Mio. Euro. Das Engagement für das Klima hat auch der Bund Naturschutz Deutschland (BUND) ausgezeichnet. 2003 erhielt Firmenchef Markus Mann den Preis „Innovative Energietechnologie“ vom BUND.

Quelle: MUEEF/Red.

Auch interessant

von