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Eine Waldbaustrategie zum langfristigen Erhalt der Buche in Lippe

Eine Waldbaustrategie zum langfristigen Erhalt der Buche in Lippe

Das zukünftige waldbauliche Konzept stand im Mittelpunkt der diesjährigen Forstbereisung Landesverbandsversammlung am 21. September. Bei einer Wanderung durch den Wald zwischen Schieder und Schwalenberg erläuterten Hans-Ulrich Braun, Leiter der Forstabteilung des Landesverbandes Lippe, und Günter Rossa, stellv. Leiter der Forstabteilung, wie dem Klimawandel Rechnung getragen werden kann, um den künftigen Generationen an Lipperinnen und Lipper leistungsfähige, stabile und gesunde Wälder garantieren zu können.
„Bereits 2006, noch vor dem Sturm Kyrill, hatten wir ein Konzept entwickelt, das erstmals bei den Aufforstungen nach Kyrill zum Tragen kam“, erklärte Braun. Leitbild dieses Konzepts sei, Mischbestände aus einer führenden Hauptbaumart, einer dienenden Nebenbaumart und weiteren, hochwertigen Baumarten heranzuziehen. Als Beispiel nannte Braun hier einen Bestand aus Eiche oder Douglasie (Hauptbaumart), Buche oder Hainbuche (dienende Baumart) und Edelhölzern wie Ahorn, Esche oder Elsbeere (hochwertige Baumart). „Eine solche Waldstruktur erlaubt es uns nicht nur, den Bestand zu unterschiedlichen Zeitpunkten schonend und einzelstammweise zu nutzen. Sie ist auch unter ökologischen Gesichtspunkten deutlich stabiler und gesünder und bei Stürmen weniger anfällig.“
Braun und Rossa benannten drei Kernaufgaben für die Forstabteilung des Landesverbandes Lippe in den kommenden Jahren: „Wir wollen zum einen den Anteil an Fichte an nicht für diese Baumart geeigneten Standorten reduzieren und durch standortangepasste Baumarten ersetzen, z. B. durch Douglasie oder Eiche.“ Ferner sollen die für Lippe typischen Buchenwälder langfristig erhalten, reine Buchenbestände aber schrittweise in Mischbestände umgewandelt werden. „Schließlich müssen wir den Nadelholzanteil bei ca. 30 Prozent halten, weil Nadelholz ertragreicher ist als Laubholz.“ Zwar könne heute nicht prognostiziert werden, welche Baumarten die Gesellschaft in Lippe in 80 Jahren benötige oder wünsche.
Ökologisch ausgewogene Mischbestände mit ihren optisch ansprechenden Waldbildern und vielfältigen Holzsortimenten seien jedoch die beste Möglichkeit, um möglichst vielen gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht zu werden. So wolle die Forstabteilung den Anteil von Fichte oder Kiefer auf den Landesverbandsflächen leicht senken und wertvolle Hölzer wie Eiche, Ahorn, Esche oder Lärche sowie die robuste Douglasie fördern. „Die Douglasie erreicht Berechnungen zufolge den höchsten Bestandswert je Jahr ihrer Umtriebszeit, das heißt, sie ist die wirtschaftlichste Baumart in einem Forstbetrieb. Deshalb wollen wir sie, auch wenn sie in Europa nicht heimisch ist und aus Nordamerika eingeführt wurde, verstärkt in den Forsten des Landesverbandes Lippes außerhalb der Schutzgebiete heranziehen, zumal sie hier ideale Standortvoraussetzungen vorfindet“, ergänzte Rossa.
Weitere Themen der Forstbereisung waren die Entwicklungen auf dem Saatgutmarkt, die Ergebnisse der Forsteinrichtung 2009 sowie die Ernte von schwachem Stammholz mit dem Harvester: Hier beeindruckte eine Vorführung der Firma Bernhard Wulf aus Lichtenau die Verbandsabgeordneten.
Landesverband Lippe

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