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Waldbauernverband NRW: Waldspaziergang begeistert Politiker

Waldbauernverband NRW: Waldspaziergang begeistert Politiker

Auf Einladung des Waldbauernverbandes NRW besuchten Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Umweltminister Johannes Remmel am 24.8.2016 erstmals die Waldbauern im Bergischen Land.

Gemeinsam mit dem Verbandsvorstand und Waldbauern des örtlichen Zusammenschlusses, der FBG Wipperfürth, erkundeten die Regierungschefin und ihr Fachminister den Wald an der Bevertalsperre.
Anhand verschiedener Waldbilder zeigten die privaten Waldbesitzer eindrucksvoll die Vielfalt der Waldbewirtschaftung und der heimischen Wälder. Sie machten deutlich, dass die Waldbesitzer in NRW nicht nur Ökonomie, sondern auch Naturschutz, Artenvielfalt, Wasserschutz, Erholung und Bildung können. „Ich habe hier viele Waldbauern erlebt, die für den Naturschutz stehen in hervorragender Weise und das freut mich natürlich“, so Ministerpräsidentin Kraft.
Dr. Philipp Freiherr Heereman, Vorsitzender des Waldbauernverbandes NRW, stellte klar: „Nur eine selbstbestimmte Waldbewirtschaftung gewährleistet die dauerhafte Bereitstellung aller Waldfunktionen. Mit Blick auf den Klimawandel darf es daher keine Verbote für klimaangepasste Baumarten wie Douglasie, Küstentanne und Co. geben, auch nicht in Naturschutzgebieten.“
Wald-Botschaften
Im Namen der über 150.000 privaten Waldbesitzer in NRW überbrachte der Waldbauernvorsitzende den politischen Gästen u.a. folgende Botschaften:
•  Kleinprivatwaldbesitzer benötigen für die Waldbewirtschaftung weiterhin finanzielle und personelle Unterstützung, insbesondere Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse.
•  Die Bereitstellung von Naturschutzmehrleistungen durch Waldbesitzer erfordert Partnerschaften auf Augenhöhe. Möglichkeiten des Vertragsnaturschutzes sind gemeinsam zu entwickeln.
•  Waldstilllegung sollte nur in geringem Ausmaß für wissenschaftliche Fragestellungen stattfinden. Keine verordnete Waldstilllegung im Privatwald!
•  Der angestrebte Biotopverbund sollte im Wald nach dem Trittsteinprinzip umgesetzt werden. Totholzprogramme sollten ausgeweitet und mit den Waldeigentümern vertraglich umgesetzt werden. Die Bundesregelung soll 1:1 umgesetzt werden.
•  Keine weiteren Ausweisungen von Naturschutzgebieten im Privatwald.
•  Besucher sind im Wald herzlich willkommen, Störenfriede nicht. Die Politik muss ausufernden Freizeittrends rechtzeitig begegnen und die Einhaltung der Spielregeln vor Ort gewährleisten.
Thematisiert wurde auch der aktuelle Entwurf des Landesnaturschutzgesetzes NRW. Baron Heereman berichtete: „Hier wurde nicht über Paragrafen, sondern über die große Linie gesprochen. Es wäre vermessen zu sagen, dass wesentliche Probleme beseitigt worden wären, aber beide Seiten sind sich näher gekommen. Bevor das Gesetz verabschiedet wird, müssen weitere Gespräche erfolgen, auch mit den Partnern des Aktionsbündnisses Ländlicher Raum.“
Waldbauern leisten eine gute Arbeit
Ministerpräsidentin Kraft und Minister Remmel zeigten sich vom gemeinsamen Waldspaziergang beeindruckt und lobten die generationsübergreifenden Leistungen der privaten Waldbesitzer. „Wir sind dankbar, dass die Waldbauern eine gute Arbeit leisten“, so die Ministerpräsidentin. Weiterhin war Minister Remmel bewegt von den Schwierigkeiten bei der Bewirtschaftung von Flächen im Klein- und Kleinstprivatwald: „Nicht jeder Waldbesitzer weiß, dass er Waldbesitzer ist und das ist ein sehr großes Problem, um Wald gemeinschaftlich zu bewirtschaften.“
Abschließend überreichten der Vorsitzende Heereman und Hans-Friedrich Hardt, 2. Stellv. Vorsitzender des Waldbauernverbandes, der Ministerpräsidentin Kraft im Namen der Waldbauern die Holzscheibe einer etwa 70-jährigen Eiche als Geschenk zum 70. Landesjubiläum und in Erinnerung an den Waldbegang. Sie sind zuversichtlich, dass weitere politische Gespräche folgen und die Botschaften der Waldbauern Berücksichtigung bei der politischen Arbeit finden werden.
Waldbauernverband Nordrhein-Westfalen

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