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Waldbauernverband NRW: Aus für Nationalpark im Teutoburger Wald überfällig

Der Vorsitzende des Waldbauernverbandes Nordrhein-Westfalen, Dr. Philipp Freiherr von Heereman, hat das vom Kreis Lippe verkündete Aus für die Nationalparkpläne im Teutoburger Wald begrüßt: „Diese Entscheidung“, so Heereman, „sei überfällig gewesen.“
Bereits zu Anfang dieses Jahres habe der Waldbauernverband NRW auf die planerischen und rechtlichen Unzulänglichkeiten der vom Kreis Lippe sowie NRW-Umweltminister Remmel und den Naturschutzverbänden BUND und NABU betriebenen Nationalparkplanung hingewiesen. Heereman: „Das negative Urteil des für die Planung des Nationalparks vom Land als zuständig erklärten Kreises Lippe und eines eingesetzten Schlichters, des erfahrenen Verwaltungsrechtlers und ehemaligen NRW-Staatssekretärs für Bauen und Verkehr, Günter Kozlowski, war für die Beteiligten ein schwerer Schlag, aber folgerichtig. Er habe, so Kozlowski in seinem Urteil, keine nach den Kriterien des Bundesnaturschutzgesetzes sowie der geltenden parlamentarischen Beschlüsse genügende Kulisse für einen Nationalpark in Lippe gefunden.“
 
Der Landrat des Kreises Lippe und der Umweltminister von NRW, so die Reaktionen, hätten die Größe, das Scheitern der Idee eines Nationalparks in Lippe einzugestehen. „Nur die Naturschutzverbände wie BUND und NABU“, so Heereman nach den ersten Reaktionen,  „wären weiter uneinsichtig, bemühten erneut aus dem Zusammenhang gezogene Umfragen und Statistiken heran und beharren gar auf dem Weiterbetrieb eines in der Zwischenzeit mit Landesmitteln in Bad Lippspringe eingerichteten Nationalpark-Informationszentrums.“ Die Idee eines Nationalparks im Teutoburger Wald, so die unmissverständliche Aussage von Kozlowski, sei „tot“. Da auch die benachbarte Senne und der dort von Briten und der Bundeswehr genutzte Truppenübungsplatz aus vertraglichen Gründen für einen Nationalpark ausfielen – auch eine sogenannte Parallelnutzung ist dabei explizit ausgeschlossen – gebe es bis auf weiteres keinen Nationalpark in OWL, so die unmissverständliche Erklärung von Bundesverteidigungsminister de Maizière.
 
Der Waldbauernverband NRW fordert die politisch Verantwortlichen in Lippe und Düsseldorf sowie die Naturschutzverbände auf, die nach sorgfältiger Prüfung und unter Abwägung aller Gesetze getroffene Ablehnung in Sachen Nationalpark zu respektieren und das von Beginn an ohnehin fragwürdige Nationalpark-Informationszentrum in Bad Lippspringe zu schließen. Heereman: „Wir brauchen einen  Umwelt- und Naturschutz, der sich an den bestehenden Gesetzen orientiert und keine Luftschlösser in den Himmel malt.“ So dürfe der Landesverband Lippe, anders als erneut von interessierter Seite gefordert, seine Waldflächen nicht mit denen des Landes NRW tauschen und es existiere auch weiterhin keine Kulisse für einen Nationalpark in Lippe. Er habe „alle Steine umgedreht“, so der eingesetzte Schlichter Kozlowski dazu in der Pressekonferenz zum Aus des Nationalparks in Detmold, „er könne aber keinen tragfähigen Vorschlag machen“. Und weiter riet er allen an der Sache Beteiligten unmissverständlich in Anlehnung an ein Sprichwort, „einen toten Gaul nicht weiter zu reiten, sondern abzusteigen“. Diesem Rat, so Heereman, könnten sich er und der Waldbauernverband in Richtung BUND und NABU nur anschließen.
 
Waldbauernverband NRW

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