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Waldbauernverband NRW fordert Ende der Nationalparkplanung

Der Vorsitzende des Waldbauernverbandes Nordrhein-Westfalen hat die politisch Verantwortlichen in Düsseldorf und Detmold aufgefordert, die Planungen für den gescheiterten Nationalpark „Teutoburger Wald“ zu beenden.
Philipp Freiherr Heereman: „Längst ist allen Beteiligten klar, dass dieses Vorhaben nicht zu verwirklichen ist. Statt des von allen politisch Beteiligten stets geforderten Konsenses in der Region gibt es in Lippe mittlerweile eine breite Bürgerbewegung gegen den Nationalpark.“ Dies, so Heereman, gelte es über alle Parteigrenzen hinweg zu respektieren, da ein breiter Konsens in der Region stets Grundlage aller politischen Beschlüsse und Aussagen zum Thema Nationalpark gewesen ist.
 
Doch die Landesregierung und einige Naturschutz-Organisationen, die bereits mit Landesmitteln und Personal (ehemalige Förster) Informationszentren betreiben, wollen das Scheitern nicht eingestehen. „Obwohl kein Nationalpark unterhalb von 20.000 Hektar groß sein sollte, wurde hier ein nur etwas mehr als 8.000 Hektar ‚kleiner‘ Nationalpark konzipiert – von denen heute zwei Drittel in Wahrheit gar nicht mehr zur Verfügung stehen: die privaten und auch kommunalen Waldeigentümer machen hier nicht mit und der Landesverband Lippe (Eigentümer der größten Waldflächen) darf aus staatsrechtlichen Gründen seine Flächen nicht mit anderen außerhalb des ehemaligen Landes tauschen, so die Feststellung des renommierten Kommunalrechtlers Professor Oebbecke aus Münster.“
 
Philipp Freiherr Heereman forderte die Politik aus Land und Kreis auch auf, der fortgesetzten verdeckten Finanzierung des Projekts mit Steuergeldern, Gutachten und Marketingkampagnen ein sofortiges Ende zu setzen. „Nirgendwo stehen öffentliche Gelder zur Verfügung und hier werden aus Prestigegründen gleich Hunderttausende verpulvert. Und das regt die Bürger im Land auf: Über 30.000 Einwohner von Lippe haben mittlerweile ihren schriftlichen Protest gegen das Vorhaben hinterlegt, acht von neun Kommunen sind dagegen, zwei von drei betroffenen Landkreisen, Tausende haben gegen das Projekt demonstriert. Der eigene CDU-Landrat und die örtlichen Grünen ignorierten den Bürgerwillen; nun stehen Landes-CDU und -FDP geeint gegen das ‚Kleinprojekt Nationalpark Lippe‘.“
 
Der Waldbauernverband fordert die politisch Verantwortlichen auf, den breiten Widerstand in der Region zu akzeptieren und die zum jetzigen Zeitpunkt bereits als gescheitert zu betrachtende Planung des Nationalparks einzustellen. Heereman: „Es gibt und wird keinen Konsens zu dem Thema in Lippe geben. Das muss jetzt endlich von allen Beteiligten akzeptiert werden. Die Forderung nach einem ‚zweiten‘ Nationalpark in NRW gehört in keinen Koalitionsvertrag – egal, zwischen wem der auch immer nach der NRW-Wahl geschlossen wird.“
Waldbauernverband NRW

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