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Waldbauernverband Lippe hält Nationalparkpläne für gescheitert

Nach der Erklärung der Bundeswehr, den Truppenübungsplatz Senne für einen Nationalpark dauerhaft nicht zur Verfügung zu stellen, hält auch die Vorsitzende des Waldbauernverbandes Lippe, Beatrix Boekstegers, die Nationalparkpläne in der Region für gescheitert. „Es gibt nach dem Aus für die Senne keine Aussicht mehr auf eine den Gesetzen entsprechende Kulisse“, so Boekstegers. Die verbleibende Restkulisse ist kein großes, zusammenhängendes Naturgebiet, sondern eine kettenförmig aneinandergereihte Sammlung von Waldflächen, von denen die des Prinzen zur Lippe (Prinz zur Lippe fordert Schlussstrich – Nationalpark nicht realisierbar) sowie die der Gemeinde Horn-Bad Meinberg gar nicht zur Verfügung stehen. Der Landesverband Lippe darf aus rechtlichen Gründen seine Flächen nicht wie vom Land NRW gewünscht tauschen. Boekstegers: „Damit sind 75 Prozent der Flächen weg. Außer reinem Wunschdenken bleibt nach der Abfuhr durch die Bundeswehr bei den Nationalpark-Befürwortern nichts mehr übrig!“
Deutliche Kritik äußert der Waldbauernverband an der Informationspolitik von Umweltminister Remmel. In einem Brief an die Gemeinde Augustdorf vom 26. Juni diesen Jahres hat er einräumen müssen, dass er weder mit der Bundeswehr noch der britischen Armee über die Möglichkeit gesprochen habe, den Truppenübungsplatz in einen Nationalpark Senne zu überführen. Gleichzeitig lässt er diesen im neuen Koalitionsvertrag in Düsseldorf festschreiben und in Runden Tischen in Lippe seit Monaten über dessen Ausgestaltung debattieren. Lippe brauche keinen Nationalpark-Torso zur Befriedigung der Interessen von wenigen Umweltverbänden und deren Funktionären, sondern einen die Belange der beteiligten Bürger und Kommunen respektierenden Umweltschutz. Und das Land brauche einen Minister, der deren Sorgen und Nöte verstehe, und niemanden, der 35.000 Unterschriften von betroffenen Bürgern einfach ignoriere.
Hintergrund
Der Waldbauernverband Nordrhein-Westfalen e.V. ist die freie Vereinigung der privaten Waldbesitzer in Nordrhein-Westfalen. In NRW bewirtschaften 150.000 Waldbesitzer rund 600.000 ha Privatwald. Mit einem Privatwaldanteil von 67 % ist NRW  das Land mit dem höchsten Privatwaldanteil in der Bundesrepublik Deutschland.  Als forstpolitische Interessenvertretung seiner Mitglieder hat der Waldbauernverband das Ziel, die Leistungsfähigkeit des Privatwaldes zu sichern, zu fördern und zu steigern. Damit strebt er zugleich die Stärkung des Waldeigentums mit seinen vielfältigen Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen an.
 
Waldbauernverband Lippe

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