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Waldbauern kritisieren Schlichtungsvorschlag zum Nationalpark Teutoburger Wald

Als Resultat einer kontroversen Debatte bei seiner letzten Sitzung am 23.1.2012, die keine Mehrheiten in der Frage des umstrittenen Nationalparks Teutoburger Wald ergab, will sich der Lippische Kreistag nun in die Idee einer Schlichtungsverfahren flüchten.

Damit hat er aber das Scheitern des derzeitigen Planungsverfahrens letztlich schon festgestellt, so die Vorsitzende des Lippischen Waldbauernverbandes, Beatrix Boekstegers. Denn die in der Frage beteiligten Besitzer von privaten Waldflächen, Prinz zur Lippe und die Gemeinde Horn-Bad Meinberg, stellen ihre Waldflächen für einen Nationalpark nicht zur Verfügung und haben in Person des Prinzen zur Lippe bereits mehrfach deutlich erklärt, für ein Schlichtungsverfahren nicht zur Verfügung zu stehen. Er beruft sich dabei auf die geltenden politischen Beschlüsse und damit verbundenen Zusagen des Lippischen Kreistages, des Landrates Heuwinkel sowie der Lippischen CDU, Waldflächen nur in Zustimmung mit den privaten Besitzern in die Kulisse des geplanten Nationalparks einzubeziehen.

Dazu die Vorsitzende des Lippischen Waldbauernverbandes, Boekstegers: „Prinz zur Lippe hat mehrfach in öffentlichen Äußerungen, zuletzt bei der Demonstration vor 2000 Leuten am letzten Samstag, erklärt, dass seine Waldflächen für den umstrittenen Nationalpark nicht zur Verfügung stehen. Dies hat er auch dem Landrat in schriftlicher Form mehrfach vortragen lassen.“  Boekstegers weiter: „Zwischen wem soll der vorgeschlagene Schlichter denn eigentlich schlichten? Der Landrat ist mit seinen Bemühungen, die privaten Waldbesitzer von der Idee einer Einbringung ihrer Flächen zu überzeugen, schon vor dem Schlichtungsvorschlag gescheitert.“
 
Mit den Bemühungen des Landrats in der Frage sei in der Vergangenheit übrigens der gleiche Anwalt mandatiert gewesen, der jetzt vom Kreis als Schlichter eingesetzt werden soll. Boekstegers: „Staatssekretär a.d. Koslowski hat schon als Anwalt des Landrats nicht hinbekommen, was er jetzt als Schlichter leisten soll. Zum einen ist es ein Novum, dass ein Amtsträger seinen eigenen, in der Frage bereits beauftagten Anwalt als Schlichter vorschlägt. Zum anderen sei im Vorhinein klar, dass die Bemühungen Koslowskis erneut erfolglos sein werden!“
 
Boeksteger rät dem Lippischen Kreistag dringend, das Thema im Rahmen der bestehenden politischen Strukturen zu debattieren und zu entscheiden: „Und wenn es dann keinen Mehrheiten und keinen Konsens in der Frage gibt, muss man das auch eingestehen und die Planung abbrechen. Und dazu ist es jetzt endlich an der Zeit.“ Man könne nicht dauernd neue Verfahrensvorschläge machen, sondern müsse im Rahmen der laufenden Planung und deren Ordnungsrahmen entscheiden.
 
Das Votum von mehr als 2000 Demonstranten und über 100 gelenkten Nutzfahrzeugen bei der Demonstration gegen den Nationalpark in Detmold am 21. Januar habe deutlich gezeigt, dass es in der Frage keinen Konsens in der Region gebe. Sie forderte die Mitglieder des Kreistages und des Landesverbandes auf, dies deutliche Votum anzuerkennen und zur Grundlage ihrer Beschlüsse zu machen. Boekstegers: „Ein Nationalpark, so wird stets betont, könne nur im Konsens entstehen. Da es diesen Konsens nicht gibt, ist seit letztem Samstag allen Beteiligten deutlich.“

 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

 
Lippischer Waldbauernverband

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