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Waldbauernverband Brandenburg zum „10-Hektar-Wald-Erlass“

Im Interesse der Kleinprivatwaldeigentümer und anerkannter Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse verlangt der Waldbauernverband Brandenburg e.V. schon seit vielen Jahren eine Trennung der hoheitlichen Aufsichts-, Beratungs- und Überwachungsaufgaben vom Forstbetrieb, der für die Bewirtschaftung des Landeswaldes da ist.

„Eine dazu angestrebte Forstreform scheiterte bislang am Widerstand der Staatsforstlobby. Nun unterstützen wir das Ministerium dabei, im Privat- und Körperschaftswald Hilfe zur Selbsthilfe zu organisieren“, sagt Enno Rosenthal, Vorsitzender des Waldbauernverbandes Brandenburg e.V.

Seinem Verband gehe es dabei darum, das wirtschaftliche, soziale und ökologische Potenzial der selbstorgansierten Waldeigentümer/innen zu stärken, es auf diese Weise eigenständig und damit nachhaltig zu entwickeln, so Rosenthal als Reaktion auf die harsche Polemik des Bundes Deutscher Forstleute Brandenburg-Berlin auf den sogenannten „10-ha-Erlass“ des Potsdamer Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL).

Der jüngste Erlass zum Thema Wald „verbietet“ nicht eine „Betreuung der Privatwälder“, sondern sei nach Einschätzung des Vorsitzenden des Waldbauernverbandes Brandenburg e. V. vielmehr ein deutliches Signal für die auch in Zukunft nachhaltige ländliche Entwicklung durch eine private und kommunale Waldwirtschaft.

Längst lassen sich viele Beispiele von Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen, Kommunal- und Körperschaftsforstbetrieben sowie Privatbetrieben im Land Brandenburg finden, die erfolgreich eigenständig wirtschaften. Förderinstrumente wie der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) oder aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) stehen ausreichend zur Verfügung, um diese Entwicklung zu unterstützen.

„Dabei ist es keineswegs so, dass Beratung und Anleitung sowie Aufsichts- und Waldschutzaufgaben für die Hoheitsoberförstereien weniger werden“, ist Enno Rosenthal überzeugt. „Ganz im Gegenteil: Der angestoßene Umstellungsprozess bedarf intensiver staatlicher Begleitung, Beratung und Anleitung. Aber eben ohne eigenwirtschaftliche Interessen von Staatsbediensteten oder des Landesbetriebes.“ Die bisher geübte Praxis hätte die Wirtschaftlichkeit, die Eigenständigkeit und die Professionalisierung der Zusammenschlüsse kleiner Waldbesitzer und der Körperschaftswälder eher behindert.

Minister Jörg Vogelsänger sorgt nun mit seinem Erlass für Klarheit über die hoheitlichen Aufgaben der Landesforstbediensteten im Land Brandenburg. „Das begrüßen wir als Verband ausdrücklich und unterstützen auch in Zukunft die märkischen Waldeigentümer mit Rat und Hilfe“, so Rosenthal.

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

Waldbauernverband Brandenburg

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