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Waldbauerntag NRW: Nichtnutzung des Waldes schadet dem Arten- und Klimaschutz

Auf dem diesjährigen Waldbauerntag im westfälischen Werl trafen sich unter dem Titel „Vom Nutzen der Nutzung. Einkommen, Klima, Erholung“ über 300 Waldbäuerinnen und Waldbauern aus Nordrhein-Westfalen.

Der Vorsitzende des Waldbauernverbandes NRW, Dr. Philipp Freiherr Heereman, und weitere Redner zeigten auf, wie wichtig eine nachhaltige Forstwirtschaft nicht nur für die Waldeigentümer, sondern für die Gesellschaft ist.
Die Erfordernisse der Eigentumsnutzung erläuterte Dr. Philipp Freiherr Heereman eingehend anhand Artikel 14 Grundgesetz und schlussfolgerte: „Nur wer sein Eigentum gebraucht, verhält sich im übertragenen Sinne im Einklang mit unserer Verfassung. Die Nutzung unseres einmaligen Rohstoffes Holz ist somit Verpflichtung. Ein Verzicht ist ein Vergehen an kommenden Generationen und an der Umwelt!“ In erster Linie jedoch brauche Waldnutzung die Freiheit, sich die anzupflanzenden Baumarten selbst auszuwählen sowie die Freiheit die geeigneten Verfahren, Zeitpunkte für die Durchführung der Bewirtschaftungsmaßnahmen etc. selbst festzulegen. Schließlich zeigten die Wälder in NRW nur „Streuung der Flächen macht Vielfalt“.
Max Freiherr von Elverfeldt, Vorsitzender Familienbetriebe Land und Forst NRW, ließ in seinem Grußwort kein gutes Haar am Entwurf des Landesnaturschutzgesetzes. Insbesondere kritisierte Elverfeldt die drohende Ausweitung weiterer Schutzgebiete, die ausgeweiteten Mitwirkungsrechte der Naturschutzverbände und die Zielsetzung für den Biotopverbund – alles Planungen, die weit über den Vorgaben des Bundes liegen und zu schmerzhaften wie überflüssigen Nutzungseinschränkungen in der Land- und Forstwirtschaft führen, so Elverfeldt. Auch die Äußerungen von Minister Remmel, das von ihm geplante Landesnaturschutzgesetz sei ein „Geburtstagsgeschenk“ an den NABU, kritisierte Elverfeldt heftig.
Fred J. Hansen, Vorsitzender des Bundes Deutscher Forstleute NRW, bestätigte wie Heereman, dass Waldnutzung und nicht etwa Waldstilllegung eine gesellschaftliche Aufgabe sei.
In diese Kerbe hieb auch Lars Schmidt vom Sägerverband, der im Holzbau nicht nur beste Lösungen für städtebauliche Probleme aufzeigte, sondern überdies das heimische Holz in doppelter Hinsicht die Biodiversität schütze: Nur durch unsere nachhaltige Waldnutzung erhalten wir die Biodiversität, wie wir sie heute haben. Durch die Nutzung unseres Rohstoffes Holz wird verhindert, dass wir Holz aus Regionen importieren müssen, die von unseren Waldbewirtschaftungsstandards weit entfernt sind.
Josef Tumbrinck eröffnete gleich zu Beginn seiner Ausführungen, dass er als Vorsitzender des NABU NRW Klartext reden werde. Im Vergleich zur Zusammenarbeit zum Jagdgesetz im vergangenen Jahr sei der Dialog zum Landesnaturschutzgesetz von guter Sacharbeit geprägt. Auch wenn der Entwurf des Landesnaturschutzgesetzes in einigen Punkten zugunsten der Naturschutzverbände ausginge, sei aus seiner Sicht die Politik bereits auf die Forderungen des Aktionsbündnisses Ländlicher Raum in weiten Teilen eingegangen. Er plädierte dafür, diese Zusammenarbeit zum Landesnaturschutzgesetz weiterzuführen und die Gemeinsamkeiten der Verbände stärker herauszuarbeiten und voran zu bringen.
Mit wissenschaftlicher Expertise und anhand vieler Beispiele untermauerte Fachreferent Prof. Dr. Bernhard Möhring von der Universität Göttingen die These vom „Nutzen der Nutzung“. Er entlarvte viele in der Öffentlichkeit gemeinhin als Fakten wahrgenommene Ansichten als Mutmaßungen. So zeigte er wissenschaftlich untermauert auf, dass Wald weder ein bedrohtes Allgemeingut ist noch die von Politik und Naturschutzverbänden so vehement verfolgte Strategie der Flächenstilllegung dem Klimaschutz diene. Er bestätigte den privaten Waldbesitzern, dass Forstwirtschaft ohne Raubbau und Zerstörung der Ressourcen nach wie vor bestens funktioniert und plädierte dafür, dass das Eigeninteresse des Privateigentums nicht durch öffentliche Lasten ausgehöhlt werden dürfe. Er sprach sich dafür aus, dass die Waldeigentümer der Öffentlichkeit klarmachen sollten, dass sie allesamt stolz sein könnten auf das Konzept der nachhaltig nutzenden Forstwirtschaft. „Die Nutzung der Waldnutzung müsse also erkannt und neu bewertet werden – frei nach dem Motto „Der Segen vom Sägen“.
Der Waldbauernverband NRW ist die freie Vereinigung der privaten Waldbauern in NRW. Er vertritt die Belange von 150.000 Privatwaldbesitzern und stärkt die Rechte des Waldeigentums mit seinen vielfältigen Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen.
Waldbauernverband Nordrhein-Westfalen

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