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Waldbauerntag NRW: Heereman erneuert Kritik am geplanten Landesnaturschutzgesetz

Auf dem NRW-Waldbauerntag in Werl erneuerte der Präsident des nordrhein-westfälischen Waldbauernverbandes, Dr. Philipp Freiherr Heereman, seine Kritik an dem von der rot-grünen Landesregierung geplanten Naturschutzgesetz.

Der Waldbauernverband stehe mit seiner Haltung nicht allein da. So haben sich letzte Woche in Düsseldorf 17 Verbände aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau, Jagd und Fischerei zum „Aktionsbündnis Ländlicher Raum“ zusammengeschlossen und fordern die Landesregierung auf, erforderliche Korrekturen am vorliegenden Referentenentwurf des Gesetzes vorzunehmen und dafür Sorge zu tragen, dass der Naturschutz in NRW nicht zum Stillstand auf dem Land führt – so auch das Motto des Bündnisses.
Die Kritik des Aktionsbündnisses zielt auf den umfassenden behördlichen Regelungsanspruch ab, der mit dem neuen Gesetz eingeführt werden soll. Anstatt die Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes maßvoll und praktisch umsetzbar auf die Verhältnisse in NRW zu übertragen, geht der vorliegende Entwurf in Teilen weit über die Bundesvorschriften hinaus. Die Partnerverbände möchten anstelle zusätzlichen Ordnungsrechtes die Forderung nach dem Vorrang des Prinzips „kooperativer Naturschutz mit Eigentümern und Nutzern“ in den Mittelpunkt stellen.
Am meisten ärgert Heereman die Vorgabe, dickstämmiges Totholz im Wald belassen zu müssen mit der Begründung, dieses besitze keinen wirtschaftlichen Wert. Der Vorsitzende erklärt, dass in Abhängigkeit von der Qualität des Holzes auch ein Totholzstamm in „dickstämmigen“ Dimensionen hohe Werte in Euro oder auch einfach für das holzverarbeitende Handwerk aufweisen könne. Zudem sei es die Entscheidung des Eigentümers, wie er mit seinem Holz umgehe. Totholzerhaltung im Rahmen von Förderprogrammen und anhand vertraglicher Vereinbarungen ist Vorrang einzuräumen.
An NRW-Umweltminister Remmel, wie Vertreter des Landesparlaments in Werl unter den Anwesenden, erneuerte Heereman das Angebot zu konstruktiven Gesprächen. Praktizierter Naturschutz brauche eine Kultur des Vertrauens und der Verlässlichkeit sowohl im behördlichen Handeln wie für politische Arbeit – und keine Einbahnstraßenpolitik für die Interessen der Naturschutzverbände, so Heereman.
 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

 
Waldbauernverband NRW

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