Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service

Waldbauern regen Katastrophen-Hilfsfonds an

Anlässlich der Vorstellung des hessischen Waldschadensberichts regt der Waldbesitzerverband die Einrichtung eines Katastrophen-Hilfsfonds zum Wiederaufbau geschädigter Wälder an. Wälder leiden heute nicht mehr so sehr unter den direkten Säureeinflüssen aus der Luft, sondern mehr unter den Folgen des Klimawandels. Heftige Witterungsextreme, wie Stürme, Trockenheit oder Hagel haben zugenommen. Nahezu jedes Jahr ereignen sich ein schwerer großer Sturm oder lokale Wirbelstürme mit hohen Windgeschwindigkeiten. „Wir beobachten zunehmend, dass sogar alte, gesunde Buchen und Eichen, die absolut standsicher sind, durch die enorme Wucht der Sturmböen in halber Höhe abbrechen,“ sagt Verbandspräsident Michael Freiherr von der Tann. „Solchen Kräften halten auch naturnah bewirtschaftete, stufig aufgebaute und stabile Mischwälder nicht stand.“ Vor allem kleinere Forstbetriebe verlieren oft innerhalb weniger Stunden erhebliche Teile ihres stehenden Holzvorrates. Was bis zu dem Sturm regelmäßig Erträge eingebracht hat, ist in kürzester Zeit durch Naturgewalt zerstört. Die Kosten für das Aufräumen und den jahrelangen Wiederaufbau der Wälder trägt der Waldbesitzer. Das Holz ist in vielen Fällen gebrochen, zersplittert und entwertet. Erträge sind von den betroffenen Flächen in den nächsten Jahrzehnten nicht zu erwarten.
Einnahmen aus CO2-Zertifikatehandel für den Wald bereitstellen
Förderprogramme von Bund und Ländern greifen bei kleinflächigen Wetterkatastrophen nicht. Die betroffenen Waldbauern und Forstbetriebe bleiben mit ihrem Schaden alleine. „Die Bundesregierung nimmt jedes Jahr Hunderte Millionen Euro durch den Handel mit CO2-Zertifikaten ein,“ so von der Tann. „Ein Teil dieser Erlöse sollte in einem Katastrophen Hilfsfonds den Waldbesitzern zur Verfügung gestellt werden.“ Der Wald trägt als die größte CO2-Senke dazu bei, das klimaschädliche Treibhausgas Kohlendioxid im Holz zu binden. Die Wälder leisten damit einen großen Beitrag für die Allgemeinheit. Zugleich leiden die Wälder jedoch stark unter den Folgen des Klimawandels. Die Erhaltung der Wälder wird dadurch immer mehr zur gemeinsamen Aufgabe der Waldeigentümer, der Regierungen und der Allgemeinheit. Es ist daher angebracht, den Waldbauern und Forstbetrieben bei der Bewältigung der Schäden und beim präventiven Umbau der Wälder mit Geld aus dem CO2-Zertifikatehandel finanziell unter die Arme zu greifen.    
 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

 
Waldbesitzerverband Hessen

Auch interessant

von