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Waldbauern fordern 5 % aus CO2-Abgabe als Anerkennung für die Klimaschutzleistung ihrer Wälder

Deutschlands Wälder sind der Klimaschützer im Land schlechthin. Sie speichern 58 Mio. t CO2 pro Jahr. Zusätzlich werden durch Holzverwendung und Substitutionen jedes Jahr weitere 69 Mio. t CO2 gebunden. Doch Waldbesitzerverbände warnen: „Den permanenten Kraftakt, der hinter diesem Beitrag zur nationalen Klimaschutzanstrengung steckt, können Deutschlands Waldbauern nicht länger alleine stemmen“.

Rechnerisch steht jeder Hektar Wald zwischen Eifel und Erzgebirge im Jahresdurchschnitt für 8 t t absorbiertes CO2: Das entspricht ziemlich genau der Pro-Kopf-Emission pro Jahr und Einwohner. In Summe erbringen die 11,4 Mio. ha nachhaltig bewirtschafteter Wälder zwischen Bayern und Schleswig-Holstein so eine Klimaschutzleistung von jährlich 127 Mio. t CO2. „Jedoch wird es für Waldbesitzer zunehmend schwieriger, diese CO2-Leistung durch Pflege und Bewirtschaftung der Wälder weiterhin sicherzustellen“, so Max von Elverfeldt, Bundesvorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst (Fab. Mit dem Aufbau klimastabiler Wälder könnten zugleich die anderen Funktionen des Waldes gestärkt werden „Mit dem Einstieg in eine CO2-Bepreisung ist es logisch und gerecht, dass auch die CO2-Speicherung einen Preis erhält. Als größter CO2-Senker überhaupt ist die Forstwirtschaft Stakeholder Nr.1 in Sachen Klimaschutz des Landes“, erklärt Hans-Georg von der Marwitz, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer.

Ein schlüssiges Modell liegt seit längerem auf dem Tisch und orientiert sich an dem stofflichen Anteil des zuwachsenden Holzes, der nicht energetisch genutzt wird. Mit dem festgelegten CO2-Preis von anfänglich 25 € würde die Klimaleistungsprämie danach 112,50 € pro Jahr und ha betragen.

Gemessen am Finanzplan der Bundesregierung, der 26,8 Mrd. € Klimainvestitionen aus dem Energie- und Klimafonds vorsieht, entspricht die Forderung der Waldbesitzer bezogen auf 11,4 Mio. ha Wald nicht einmal 5 %.

„Wenn wir den Klimaschützer Wald mit all seinen Funktionen erhalten wollen, brauchen wir ein ‚Neues Denken‘ – aber nicht nur in der Waldwirtschaft und unserer holzverarbeitenden Industrie, sondern vor allem in der Gesellschaft und der Politik“, so von der Marwitz, der an die Umweltminister der Länder sowie die Bundesumweltministerin den Appell richtet, sich bei ihrer Konferenz mit der Forderung der Waldbesitzer zu beschäftigen. Er kann gar nicht verstehen, warum das Thema dort nicht ganz oben auf der Agenda steht.

Quelle: fablf/red

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