Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service
Ranger Jörg Pahl erklärte den Teilnehmenden der ‚Shinrin Yoku‘-Wanderung vom 11. Juni 2017, wie der Wald gesundheitsfördernd wirkt.

„Waldbaden“ – Erholung für Körper und Seele

„Wald bewegt“ lautet 2018/2019 das Motto der Forstwirtschaft in Deutschland. Wer sich im Wald bewegt, tut aktiv etwas für seine Gesundheit. Und das nicht nur am 7. April – dem internationalen Weltgesundheitstag.

Deutschland ist „Waldland“

Ranger Jörg Pahl vom Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen sagt: „Der Wald liefert den nachhaltigen Rohstoff Holz und ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum. Gleichzeitig erfüllt er wertvolle Erholungs- und Schutzfunktionen und ist auch für die biologische Vielfalt unersetzlich.“ Fast 60.000 km Waldwirtschaftswege in NRW bieten als Wanderwege Zugang zu diesem kostenlosen Erholungsraum. Die Ranger von Wald und Holz NRW bieten entlang dieses Wegenetzes regelmäßig begleitete Wandertouren an – unter anderem am 5. August 2018 zum Thema Shinrin-Yoku. Die japanische Regierung erkannte bereits 1982 die gesundheitsfördernde Wirkung des Waldes und prägte den Begriff des Shinrin-Yoku: „Waldbaden“. In Japan ist das Waldbaden heute sogar eine anerkannte Stress-Management-Methode.

Der Wald: Gesundheitsfördernder Erlebnisraum

Wälder lassen sich auf vielfältige Weise entdecken: Zu Fuß beim Wandern oder Joggen, auf zwei Rädern bei einer gemütlichen Fahrradtour oder mit Schwung auf dem Mountain-Bike, auf dem Pferderücken oder als Schatzsucher beim Geocaching. In den Jahren 2018/2019 stellt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gemeinsam mit dem Deutschen Forstwirtschaftsrat, dem Deutschen Olympischen Sportbund, den Ländern und Kommunen sowie privaten Waldbesitzern den Wald als sportlichen Erholungsraum in den Fokus. Dazu finden am 13. und 14. September 2018 in Berlin zentrale und bundesweit verschiedene regionale Veranstaltungen statt.

Waldkräuter mit heilender Wirkung

Im Wald wachsen zahlreiche Heilpflanzen wie Beinwell, Augentrost oder Scharbockskraut. Denn im Wald und auf Waldwiesen finden sich für viele Heilpflanzen die besten Standortbedingungen. Solche wildwachsenden Pflanzen verfügen über mehr Energie, Wirkstoffe und Heilkräfte als angebaute Pflanzen, aus denen die meisten Präparate in Drogerien und Apotheken bestehen. So enthalten die Waldpflanzen und -kräuter noch die für die Verdauung besonders wertvollen natürlichen Bitterstoffe, die in den domestizierten Formen weggezüchtet worden sind.

Das Spektrum der Anwendungsmöglichkeiten der Waldpflanzen ist enorm. Efeu und Lungenkraut helfen gegen Erkrankungen der Atemwege, Waldmeister ist ein probates Mittel gegen Durchblutungsstörungen, Himbeere und Brombeere können gegen Durchfall wirkungsvoll eingesetzt werden, Misteln bei hohem Blutdruck und der Spitzwegerich bei Erkältungen und Bronchitis.

Die heilende Wirkung dieser Frühjahrsblüher kennt auch die moderne Medizin. Beinwell beispielsweise, das gegen leichte Entzündungen und Schmerzen wirkt und die Wundheilung unterstützt, zählt zu den wenigen Pflanzen, denen auch die „Kommission E“ des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte eine therapeutische Wirkung bescheinigt. Diese wissenschaftliche Sachverständigenkommission gibt Empfehlungen für den Einsatz von Heilkräutern. Viele andere Heilpflanzen, die es auch in Wäldern in NRW gibt, sind zwar nicht offiziell anerkannt, werden aber in der Alternativmedizin verwendet.

Wald und Holz NRW
Wer sich auf den Waldboden legt und die Atmosphäre auf sich wirken lässt, kann den Wald fühlen und aus einer anderen Perspektive wahrnehmen.

Auch interessant

von