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Wald der Zukunft - Eichen im Test

„Wald der Zukunft“ – Eichen im Test

Aktuellen Klimaszenarien zufolge werden sich in Mitteleuropa in den kommenden 50 bis 100 Jahren in zunehmendem Maße trockene und heiße mit kühlen und feuchten Sommern abwechseln. Diesen prognostizierten Klimaänderungen muss eine vorausplanende Waldwirtschaft wegen der langen Lebensdauer der Bäume frühzeitig Rechnung tragen. Wälder haben beim Kampf gegen den Klimawandel somit eine enorme Bedeutung.
Doch wie reagieren Arten und Gemeinschaften auf den anstehenden Klimawandel? Durch den Klimawandel wird es für die deutsche Eiche auf manchen Standorten ungemütlich warm und trocken. Ob stattdessen hier südeuropäische Eichen langfristig in die Bresche springen können, untersuchen Wissenschaftler im Rahmen des langfristig angelegten Projekts „Wald der Zukunft“. Lucia Puttrich, Ministerin für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Hessen hat die Schirmherrschaft für dieses BiK-F Projekt übernommen (BiK-F=Biodiversität und Klima Forschungszentrum).
Umweltministerin Puttrich besuchte am 4. März den „Wald der Zukunft“ in Rüsselsheim, einer der insgesamt drei Standorte des Projekts. Hier soll die Klimatauglichkeit südeuropäischer Eichenarten geprüft werden. Eine Versuchspflanzung wurde in einem trockenen Waldstück angelegt, um zu sehen ob die Südeuropäer unsere Witterungsbedingungen ertragen, und wie sie von Insekten und Bodentieren als neuer Lebensraum angenommen oder auch geschädigt werden. Zusätzlich zu den dort bereits gepflanzten jeweils ca. 6-8 Jahre alten 18 Einzelbäumen der Arten Quercus frainetto (Ungarische Eiche), Quercus ilex (Steineiche), Quercus pubescens (Flaumeiche) und Quercus robur (Stieleiche) sollen dort im Verlaufe des März weitere 2-jährige Eichen gepflanzt werden. Es handelt sich hierbei um die Arten Quercus frainetto, Quercus ilex, Quercus rubra und Quercus robur.
Die Pflanzung erfolgt in Form von Trupps  zu jeweils 21 Pflanzen, gesetzt im Abstand von 1m. Die Anlage der Trupps erfolgt unregelmäßig in Abhängigkeit von der Geländebeschaffenheit inmitten des bestehenden Schirmbestands der Kiefer. Insgesamt werden 5 Trupps pro Art gesetzt (Entspricht 20 Trupps, 120 Pflanzen pro Art, 420 Eichen insgesamt). Die zusätzliche Pflanzung erfolgt in einem umzäunten Areal mit der Fläche von ca. 0,25ha im südlich gelegenen Bereich der insgesamt ca. 2 ha großen Versuchsfläche, auf der die größeren Bäume ausgebracht sind.
Bei der Pflanzung im Stadtforst Rüsselsheim handelt es sich um eine Ergänzungspflanzung zu einem bestehenden Kooperationsprojekt, das weitere Versuchsflächen in Lampertheim (Leitung: NW-FVA, Landesfläche) und Frankfurt (Kommunalwald) sowie im Botanischen Garten in Frankfurt beinhaltet. Der „Wald der Zukunft“ wird durch die Landesregierung Hessen im Rahmen der LOEWE-Offensive gefördert.
 

BiK-F Forschungsprojekt „Wald der Zukunft“

 
HMUELV

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